Zwischen Kanzel und Familie

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Weihnachten kann kommen: Anja Botta in der Martin-Luther-Kirche Trittau Foto: oj

An den Festtagen ist der Trubel für Pastorin Anja Botta in Trittau besonders groß

Von Olaf Jenjahn
Trittau
In der Martin-Luther-Kirche wird an der Orgel geprobt, Pastorin Anja Botta sitzt entspannt auf einer der vorderen Bänke im Gotteshaus. „Weihnachten ist hier Ausnahmezustand“, sagt die 43-Jährige lächelnd. „An Heiligabend schiebe ich mir mittags zuhause ein Brötchen in den Mund und bin dann erstmal weg“, erzählt sie. Ihre Eltern sind derweil für den neunjährigen Sohn da, der es kaum erwarten kann, bis die Mutter um kurz nach 16 Uhr wieder nach Hause kommt. „Ich habe dann zwei Gottesdienste mit Krippenspiel abgehalten, gut 600 Hände geschüttelt, ziehe den Talar zu Hause aus und mache hier die Kerzen an“. Dann gibt es Geschenke und Essen, Ruhe kehrt ein. „Bei uns ist es so, dass es an Heiligabend Hühnerfrikassee gibt, das kann man leicht vorbereiten“, erzählt Anja Botta.

Später Gottesdienst ist entspannter

Der Arbeitstag ist dann aber noch längst nicht beendet, um 23 Uhr hält die Pastorin den Mitternachtsgottesdienst ab. „Es ist der schönste Gottesdienst an diesem Tag. Er ist recht gut besucht, die Leute sind entspannter als am Nachmittag, wo es sehr lebhaft zu geht“, erzählt sie. Es herrscht eine feierliche und entspannte Stimmung. Kehrt Anja Botta nach Hause zurück, dauert es einige Zeit, bis sie zu Bett gehen kann. „Ich muss das Erlebte erst einmal Revue passieren lassen“, sagt sie und lässt den Abend bei einem Glas Rotwein ausklingen.
Entspannt startet der erste Weihnachtsfeiertag, denn der Gottesdienst steht erst um 17 Uhr auf dem Programm. „Bei uns läuft es ohne Hektik ab, Gemütlichkeit wird gelebt, es ist schön mit der Familie“, freut sich Anja Botta auf diese Zeit. Ab 17 Uhr wird es in der Martin-Luther-Kirche noch einmal weihnachtlich, wenn neben dem Gottesdienst das offene Singen mit dem JONA-Jugendchor zelebriert wird. „Für die Gestaltung der Gottesdienste habe ich Tausend Ideen im Kopf“, sagt Pastorin Botta, weist aber darauf hin, dass es eine feste Liturgie mit Gesängen, Orgelspiel, Gebeten und Predigten gibt.

Bewusst in die Kirche

Aufgelockert wird der Ablauf am Abend durch das gemeinsame Singen. Die Predigten werden in Zusammenarbeit mit Kantorin Barbara Fischer erstellt. „An Weihnachten kommen die Menschen bewusst in die Kirche. Sie wollen sich von der Atmosphäre gefangen nehmen und die Spannung abfallen lassen“, hat die Pastorin erkannt, die am zweiten Weihnachtsfeiertag in den wohlverdienten Urlaub an die Ostsee fährt. Aufgewachsen in einer Familie, die sich in der Kirche engagierte, prägte die Kirche das Weihnachtsfest schon immer. „Heiligabend war bei uns immer etwas los“. Und auch später gehörte Weihnachten fest in den Dienstplan. Seit mehr als zehn Jahren führt Anja Botta an Weihnachten die Gottesdienste durch. „Wenn ich es nicht machen würde, würde ich mich wohl langweilen“, sagt sie.
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