Hier entsteht eine Insel

Anzeige
Von der Sandbank zur Insel: Mit dem schnellen Wachstum von Norderoogsand hatte niemand gerechnet. Foto: Reise/LKN-SH

Norderoogsand im Wattenmeer vom Verein Jordsand betreut

Ahrensburg. Im Kreis Nordfriesland, gelegen vor Norderoog, befindet sich ein kleines Naturwunder: Die neu entstandene Insel Norderoogsand. Denn eine Insel ist sie erst seit kurzem, lange Zeit war die Erhebung im Meer lediglich eine Sandbank, die im Winter wieder verschwand, wenn die Winterstürme die angehäuften Dünen wieder abtrugen. „Die Sandbank gab es schon lange“, sagt Eckart Schrey, Vorsitzender des Naturschutzvereins Jordsand. Der Ahrensburger Verein betreut die Insel, die im Nationalpark Wattenmeer gelegen ist. Eckart Schrey erklärt die Entstehung der Insel: „Da die Winterstürme in den letzten Jahren nicht so stark waren wie sonst, sind die Primärdünen, die sich auf der Nordspitze der Sandbank im Sommer gebildet haben, im Winter nicht weggespült worden, sondern liegen geblieben. Diese Dünen haben sich immer weiter erhöht, und Strandhafer hat Fuß gefasst.“ Damit sei eine Kettenreaktion in Gang gekommen, denn die Wurzeln der Pflanzen führen dazu, dass immer mehr Sand liegen bleibt und dieser frische Sand bringt den Pflanzen wiederum Nährstoffe in Form von Mineralien, was zu mehr Pflanzenwachstum führt.
Der Pflanzenbewuchs war vor zirca zehn Jahren der Startpunkt, an dem aus der Sandbank eine Insel wurde. Inzwischen sei die Insel auf 14 Hektar angewachsen, die Dünen bis zu vier Meter hoch.

49 Pflanzenarten

In den vergangenen Jahren ist auf der Insel ein neuer Lebensraum entstanden, mittlerweile gibt es auf der Insel 49 Pflanzen- und zehn Küstenvogelarten. Neben Silbermöwen und Austernfischern brütet auf der Insel sogar ein Wanderfalke-Paar. „Der Wanderfalke, der in den vergangenen Jahren in Deutschland sehr selten geworden ist, sitzt als Bodenbrüter im Dünengras. Dies zeigt auch den Nationalparkcharakter der Insel“, erklärt der promovierte Ornithologe Eckart Schrey begeistert. Der Verein Jordsand, für den der Schutz der Seevögel besonders wichtig ist, betreut die Insel, die vorher eine Sandbank war, bereits seit vielen Jahren. Die Aufgaben des Vereins sind die Bestandsaufnahme der Vegetation und die Brutvogelkartierung. „Die Insel ist eine Meeresgeburt, ohne menschliches Zutun entstanden. Wenn man sich ihr nähert, sieht man einen grünen Fleck am Horizont. Wenn man den Vergleich zu früher hat, ist das schon toll“, beschreibt Eckart Schrey seinen jüngsten Besuch auf der Insel. Er geht davon aus, dass die Insel in den nächsten Jahren noch weiter wachsen und dabei näher an Norderoog heranwandern wird. (hs)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige