Infoveranstaltung zur Windenergie

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Bei der Info-Veranstaltung der Grünen: Jürgen Heecks (v.l.), Detlef Matthiessen, Ruth Kastner, Thomas Sternberg. Foto: hfr

Grünen-Politiker informierten 70 Bürger aus erster Hand

Bargteheide. „Gehen Sie davon aus, dass die Windeignungsfläche am Glindfelder Weg im Regionalplan ausgewiesen sein wird“, sagte Detelf Matthiessen, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Kieler Landtag, auf einer Infoveranstaltung der Bargteheider Grünen im Stadthaus. Der Regionalplan werde vermutlich im Dezember vom Kieler Kabinett verabschiedet.
Dann dürfen Windkraftanlagen in Bargteheide gebaut werden. Allerdings wird die Stadt vorher noch einen Flächennutzungs- und eine Bebauungsplan erstellen. „Bis die Planungen fertig sind, dürfte mehr als ein Jahr vergehen“, vermutet Matthiessen.
Der Bau von Windkraftanlagen ist als Thema in der Stadt nicht unumstritten. In Zusammenarbeit mit Experten wollten die Grünen die etwa 70 anwesenden Bürger aus erster Hand informieren. Neben Matthiessen war noch Thomas Sternberg gekommen, ein Windmüller aus Bargteheide, und mit Jürgen Heecks auch einer der Landwirte, denen die gut 20 Hektar große Windeignungsfläche gehört.
Jürgen Heecks machte klar, dass er nur im Einvernehmen mit der Stadt Windräder errichten werde und dass er dabei unbedingt die Bürger beteiligen will. „Wenn sie schon die optische Beeinträchtigung hinnehmen müssen, dann sollen sie wenigstens am Profit beteiligt sein“, so die Aussage eines der Anwesenden. Ob in Form einer Genossenschaft oder einer anderen Gesellschaftsform, das werde sich zeigen. Der Betrieb durch die neu zu gründenden Bargteheider Stadtwerke ist ebenfalls denkbar. Durch das nahe gelegene Umspannwerk am Fischbecker Weg beständen günstige Voraussetzungen, den Strom weiterzuleiten.
Heecks selbst würde etwa 600 Meter von den geplanten Anlagen entfernt wohnen, der Abstand zum westlichen Stadtrand und umliegenden Orten beträgt mindestens 800 Meter, meist mehr als einen Kilometer.
Zwei oder drei Windräder von rund 185 Höhe (135 Meter hoher Turm, 50 Meter Rotorblätter) und einer Leistung von je drei Megawatt könnten annähernd soviel Strom liefern, wie die Privathaushalte in Bargteheide verbrauchen – das wären nach den Berechnungen im Klimaschutzkonzept 23,5 Millionen Kilowattstunden. „Spart nicht an der Höhe“, war eine Empfehlung von Detlef Matthiessen. Der Standort am Glindfelder Weg gehört nicht zu den besten Lagen. e höher eine Windkraftanlage ist, desto effektiver ist ihre Leistung. Kleinen Anlagen wären hier nicht wirtschaftlich. Ein weiterer Vorteil der großen Anlagen: Die Rotorblätter drehen sich langsam, in einer Binnenlandlage wie Bargteheide durchschnittlich drei- bis viermal in der Minute. Thomas Sternberg verwies auf die strengen Vorschriften für die Lärmbelastung. „Einen Meter vom Windrad entfernt dürfen nicht mehr als 45 Dezibel gemessen werden. Zum Vergleich: Ein Geschirrspüler in der Wohnung hat ungefähr 45 Dezibel.“
Auch was den Schlagschatten angeht, gibt es verbindliche Vorschriften. So darf nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz der Schattenwurf nicht länger als 30 Stunden pro Jahr auf ein Wohnhaus fallen. (cs)
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