„Plattdüütsch leevt“

Helmuth Peets, engagiert sich seit vielen Jahren für das Plattdeutsche und wurde dafür 2007 mit der Silbernen Ehrennadel des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet.Foto: Maurer

Helmuth Peets engagiert sich für die Niederdeutsche Sprache

Jersbek. Helmuth Peets hat vielfältige Engagement. Das Plattdeutsche liegt dem pensionierten Studienrat besonders am Herzen.
„Ich kam über die Politik zum Engagement für die Niederdeutsche Sprache“, berichtet der 76-Jährige, der gerade die zwölften Plattdeutschen Tage, von ihm vor zwölf Jahren initiiert, mit großem Erfolg über die Bühne gebracht hat. Und die Resonanz wird immer größer, da Plattdeutsch auch an Volkshochschulen und teilweise an Grundschulen unterrichtet wird.
Als Helmuth Peets 1969 nach Timmerhorn zog und sich in einer Bürgerinitiative engagierte, stellte er fest, dass viele Menschen Plattdeutsch sprechen. Um akzeptiert zu werden hat er es nach und nach gelernt. Nebenbei entwickelte sich ein großes Engagement für die von der Europäischen Sprachencharta anerkannte Minderheitensprache.
Seit 1986 engagiert er sich im Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) KV Stormarn (heute Heimatbund Stormarn) dafür, die Sprache in den Lehrplänen zumindest als Wahlfach zu verankern und sie bei Lehramtsstudenten in Germanistik zum festen Bestandteil des Studiums zu machen.

Seit 2001 Vorsitzender

Seit 2001 hat er den Vorsitz übernommen und unter anderem eine landesweite Aktion zur Aufstellung hoch- und niederdeutscher Ortstafeln in Schleswig-Holstein erfolgreich durchgeführt. Viele historische und heimatkundliche Arbeiten, Vorträge und Diareihen veröffentlichte er, Zum Teil in dem beliebten Jahrbuch des SHHB Stormarn, dessen neueste Ausgabe in diesen Tagen wieder vorgestellt wird.

Nicht nur komisch

Peets legt Wert darauf, dass Plattdeutsch nicht nur in Theaterstücken als „Schenkelklopfer-Sprache“ angesehen wird, sondern auch ernsthafte Themen besprochen werden können.
„Früher sprachen alle Kaufleute Platt, Verträge wurden auf Platt abgefasst“, betont er. Das Programm der Plattdeutschen Tage beinhaltete denn auch Vorträge über Kunst und Persönlichkeiten.
Wenn die Sprache mit ihren vielen regionalen Ausprägungen in der Politik, in der Kirche und unter Kindern benutzt wird, freut er sich besonders darüber. (bm)
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