Einbrüche häufen sich

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Mit Verkehrskontrollen will die Polizei Einbrecher schneller entdecken Foto: fnf

Polizei richtet Gefahrengebiete ein. Verstärkte Anhalte- und Sichtkontrollen

Von Finn Fischer
Stormarn
Im Herbst und Winter steigen die Einbruchszahlen an. Vor allem die Hamburger Randgebiete, zum Beispiel der Kreis Stormarn, sind betroffen. Vor ein paar Wochen hat die Polizei aus diesem Grund zahlreiche Gemeinden zu Gefahrengebieten erklärt. Die Polizeidirektion Ratzeburg, die auch für den Kreis Stormarn zuständig ist, verlängert die Maßnahme zur Ausweisung von Gefahrengebieten und damit einhergehende verstärkte Anhalte- und Sichtkontrollen bis einschließlich zum 2. Dezember.
In den vergangenen Jahren hatte auch die Polizeidirektion Ratzeburg in der „dunklen Jahreszeit“ einen deutlichen Anstieg der Wohnungseinbruchkriminalität zu verzeichnen. Landesweit wird die Bekämpfung der Einbruchskriminalität als wesentlicher polizeilicher Schwerpunkt gesehen und daher intensiviert. Eine besondere Häufung von Einbrüchen ist bereits wieder im Nahbereich Hamburgs und entlang der Autobahn 1 bis nach Lübeck festzustellen. Polizeisprecherin Sonja Kurz: „Die Kriminalitätslage in diesem Deliktsbereich stellt sich in diesem Jahr wesentlich dynamischer dar, als noch im letzten.“
Während Autofahrer von der Polizei auch außerhalb von Gefahrengebieten verdachtsunabhängig kontrolliert, beziehungsweise dessen Identitäten festgestellt werden dürfen, stellt sich die rechtliche Lage bei Fußgängern anders dar. Hier muss ein konkreter Verdacht bestehen. In Gefahrengebieten besteht die Notwendigkeit eines konkreten Verdachts nicht mehr.
Die Maßnahme ist nicht unumstritten. „Das Innenministerium konnte mir bis heute keinen einzigen Einbrecher nennen, der bei einer verdachtslosen Sichtkontrolle gestellt worden wäre“, sagt Landtagsabgeordneter Patrick Breyer (Piratenpartei). Er sieht die Erklärung von Teilen der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg zu „Gefahrengebieten”, um dort täglich verdachtslose polizeiliche Kontrollen vorzunehmen, als „hilfloses Stochern im Nebel”. Autofahrer würden unter Generalverdacht gestellt. „Verdachtslose Kontrollen vermitteln eine bloße Illusion von Sicherheit und vergeuden polizeiliche Arbeitskapazitäten, die an anderer Stelle besser eingesetzt wären.“

Das sind die „Gefahrengebiete“ in der Region



Zuständigkeitsbereich der Polizeizentralstation Ahrensburg mit den Gemeinden Ahrensburg, Braak, Brunsbek, Grande, Grönwohld, Großensee, Großhansdorf, Hamfelde, Hoisdorf, Köthel, Lütjensee, Rausdorf, Siek, Stapelfeld, Trittau und Witzhave. Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Reinbek mit den Gemeinden Reinbek, Glinde, Barsbüttel, Oststeinbek und Wentorf. Zuständigkeitsbereich der Polizeizentralstation Bargteheide mit den Gemeinden Bargteheide, Ammersbek, Bargfeld- Stegen, Delingsdorf, Elmenhorst, Hammoor, Jersbek, Lasbek, Nienwohld, Steinburg, Todendorf, Tremsbüttel. Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Aumühle mit den Gemeinden Aumühle und Wohltorf.
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