In Grönwohld beißen Raser in die Zitrone

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Erik Bornkämper biss zur Freude der Kinder und Polizeioberkommissar Carsten Ewert herzhaft in die überreichte Zitrone Foto: Maurer

Grundschüler nehmen Schnellfahrer bei einer Blitzeraktion vor ihrer Schule in die Mangel

Von Birgit Maurer
Grönwohld
Erik Bornkämper aus Grönwohld nahm es mit Humor: Er biss kräftig in die Zitrone, die ihm Grundschüler überreicht hatten, weil er vor der Schule zu schnell gefahren war. Erlaubt sind 30 km/h, er fuhr 51. „Ich hatte es eilig, bin auf dem Weg zur Arbeit“, berichtete er. Eine der typischen Ausreden von Zu-schnell-Fahrern. Bei einer echten Blitzeraktion hätte ihn das ein Punkt und etwa 108 Euro Bußgeld gekostet. Gestern gab es aber nur die Zitrone, denn es handelte sich um die alljährliche Verkehrssicherheitsaktion „Äpfel und Zitronen“ der Polizei vor Grundschulen. „Es geht mehr darum, darüber zu sprechen, Aufmerksamkeit zu erregen und daran zu erinnern, dass es hier nicht nur um die Beachtung von Verkehrsschildern geht, sondern um den Schutz von Kindern“, betont Polizeioberkommissar Carsten Ewert. Mit seinen Kollegen Birte Lange, Polizeiobermeisterin und Thorsten Pichler, Polizeihauptmeister, alle von der Polizeidirektion Ratzeburg, hatte er vor der Grundschule Grönwohld das Geschwindigkeitsmessgerät „Trafficpatrol“ gut getarnt hinter einem Müllcontainer aufgestellt. Zweitklässler der Grundschüler halfen in wechselnden Teams, die Geschwindigkeit zu messen und anschließend Zitronen an die eiligen und Äpfel an die korrekten Fahrer zu überreichen. Eine weitere Zitrone gab es für eine Fahrerin, die dringend zum Zahnarzttermin musste. Trotzdem befand sie: „Tolle Aktion.“ Erstaunt war dagegen Patricia Vester, als sie ‚rausgewunken wurde. Sie war genau 30 gefahren und bekam dafür ein Dankeschön und einen Apfel von den Kindern. „Toll macht ihr das“, lobte sie die Kinder. „Ich komme aus Lüchow und bin auf dem Weg zur Arbeit in Trittau. Ich fahre immer rechtszeitig los“, betonte sie. Zudem habe sie selbst einen achtjährigen Enkel. Die Grundschule Grönwohld hatte selbst um die Teilnahme gebeten, da festgestellt wurde, dass vor der Schule oft zu schnell gefahren wird. Durch eine Umleitung hatte sich zudem das Verkehrsaufkommen erhöht. In dieser Woche steht die Polizei täglich an einer anderen Schule, um kurz nach Schuljahresbeginn die Autofahrer für die kleinen Verkehrsanfänger zu sensibilisieren.
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