Stormarn: Polizei startet Einbruchs-Radar

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Auf der Facebook-Präsenz der Polizei werden künftig Einbruchsdaten veröffentlicht Repro: wb

Ordungshüter setzen auf mehr Information, stärkere Präsenz und dezentrale Ermittlerteams

Von Olaf Jenjahn
Ahrensburg
Die Polizei in Stormarn beschreitet neue Wege. In unregelmäßigen Abständen soll künftig auf der Facebook-Seite der verantwortlichen Polizeidirektion Ratzeburg Kartenmaterial veröffentlicht werden, auf dem anonymisiert die Schwerpunkte von Einbrüchen in den besonders belasteten Gebieten dargestellt werden. Diese Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit ist nur ein Teil des Konzeptes zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität. „Die dunkle Jahreszeit ist Einbruchszeit. Alle Erfahrungen zeigen, dass die Einbruchzahlen in der dunklen Jahreszeit zunehmen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Dabei setzt die Polizeidirektion Ratzeburg neben der Öffentlichkeitsarbeit auf vier weitere Punkte: Prävention, Präsenz, Tatortarbeit und Ermittlungen. Mit der Prävention soll erreicht werden, dass die Täter nicht zum Erfolg kommen. Hierbei bietet die Polizei in Zusammenarbeit mit zertifizierten Sicherheitsunternehmen regelmäßige Informationsveranstaltungen an. „In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf die Möglichkeiten staatlicher Zuschüsse beim Einbruchschutz. Wir sehen an den Fallzahlen, dass rund 40 Prozent der Taten im Versuchsstadium stecken bleiben. Eine gute technische Einbruchsicherung vermiest Einbrechern das Geschäft. Wichtig ist uns auch, dass die Bürger sich als Partner der Polizei verstehen“, sagt Holger Meyer, Pressesprecher der Polizeidirektion. Auch sei der „aufmerksame Nachbar“ für die Polizei ein außerordentlich wichtiger Partner. Verdächtige Beobachtungen sollten umgehend an die Polizei gemeldet werden. In Sachen Präsenz wird die Polizei künftig in Bereichen, die relativ häufig von Einbrechern aufgesucht werden, ihre sichtbare, aber auch ihre nicht sichtbare Präsenz erhöhen. „Die Streifentätigkeit, auch unter Einbindung von Diensthunden, wird verstärkt“, heißt es. Auch zivile Einheiten werden eingesetzt. In Ahrensburg hat die Polizeidirektion Ratzeburg eine sogenannte „Tatortgruppe“ installiert. Die Mitarbeiter sind besonders in der Spurensuche und- sicherung geschult und kümmern sich intensiv um die Tatorte. Gesicherte Spuren werden dem Landeskriminalamt zugeleitet und dort archiviert. Die Spurensuche und- sicherung hat für die Aufklärung von Einbrüchen elementare Bedeutung. Manchmal ergeben sich Zusammenhänge zwischen Spuren und Tatverdächtigen erst nach längerer Zeit, insofern ist diese Komponente auf längerfristigen Erfolg ausgerichtet. Um bessere Erfolge zu verzeichnen, wurde die zentrale Ermittlungsführung an nur einem Standort aufgegeben. Stattdessen wurden sowohl in Ahrensburg als auch in Reinbek Ermittlungsgruppen für die Bearbeitung der Einbrüche bei den Kriminalpolizeistellen gegründet. Hierdurch erhofft sich die Polizeidirektion Ratzeburg eine größere Flexibilität in der Ermittlungsführung.
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