Der Marathon-Mann aus Hamfelde

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Ziel erreicht: Am Öjendorfer See, an dem Peter Wieneke schon viele Wettkämpfe bestritt, findet am 28. Dezember der Geburtstagsmarathon statt. Foto: H.-E. Jaeger
 
Schöne Erinnerung: Peter Wieneke und Ehefrau Ann-Marie beim 1000. Marathon im Juli 2012 in Stockholm.Foto: hfr

Sogar an Heiligabend und am 1. Weihnachtstag geht Peter Wieneke laufen

Von Hans-Eckart Jaeger
Hamfelde. Es ist spät geworden an diesem Wintertag. Siebeneinhalb Stunden ist der Marathon-Mann durch die Volksdorfer Teichwiesen gelaufen, und er hat wie immer durchgehalten. Um 8.31 Uhr, als die Sonne aufging, ist Peter Wieneke losgerannt. Um 16 Uhr, als die Sonne hinter dem Horizont verschwand, war der „2. Sunrise to Sunset“ Ultramarathon für alle Teilnehmer zu Ende.
Wie schnell war er, wieviele Kilometer hat er zurückgelegt? „Das weiß ich nicht, es interessiert mich auch nicht so sehr“, versichert der 65 Jahre alte pensionierte Bankfachwart aus Hamfelde/Kreis Stormarn. Streckenrekorde, persönliche Bestzeiten? Auch davon will er nichts wissen. Er gehört zum „100 Marathon Club“ mit mehr als 200 Mitgliedern. Die sagen unisono: „Für uns geht es vorwiegend um körperliche Ertüchtigung, wir wollen Spaß haben.“ Aber ehrgeizig ist er doch, das streitet Peter Wieneke gar nicht nicht ab. Seit 1994, als alles begann, ist ihm das Langstreckenlaufen in Fleisch und Blut übergegangen. „Mich kann man heute noch mitten in der Nacht wecken, ich laufe sofort los“, berichtet er. Und stolz fügt er hinzu: „1000 Marathon/Ultraläufe innerhalb von 18 Jahren hat noch keiner geschafft. Damit halte ich den Weltrekord.“ Wieneke hat ein fantastisches Gedächtnis. Auf Anhieb zählt er die Zahl seiner Marathon/Ultraläufe, die ihn auf Platz acht der Weltrangliste katapultierten, auf: „Am Heiligabend bestreite ich in den Teichwiesen den 1035. Marathonlauf meines Lebens.“
Wie bitte? Am 24. Dezember nicht bei der Familie? „Doch“, sagt Wieneke, „am späten Nachmittag bin ich ja wieder zu Hause.“Doch einen Tag später, am 1. Weihnachtstag, bestreitet er schon wieder ein Rennen. Und ob er dabei sechs oder sogar sieben Stunden für die 42,195 Kilometer braucht, spielt für ihn keine Rolle. „Ich suche die Herausforderungen“, gesteht er, „ich laufe auch 24 oder 48 Stunden am Stück, manchmal 100 Kilometer. Von Athen nach Sparta waren es einmal sogar 246Kilometer. Noch nie habe ich ein Rennen aufgegeben. Niemals geht es um die Zeit.“ Was sagt seine Frau dazu? „Ich war es in all den Jahren gewohnt alleine zu sein“, sagt die gebürtige Schwedin Ann-Marie Wieneke (64), die als Büroangestellte in Reinbek arbeitet. Seit 44 Jahren sind sie verheiratet, und immer hat sie ihren Mann unterstützt, wenn es um sein Hobby ging.
Manchmal, und das in erster Linie bei Auslandsstarts, hat sie ihn auch begleitet, zum Beispiel Mitte Juli dieses Jahres, als er in Stockholm seinen 1000. Marathon bestritt. Heute stehen in seiner persönlichen Statistik schon 1031 Läufe, und an Silvester werden es 1038 sein. Drei Tage zuvor, an seinem 66. Geburtstag, wird wie jedes Jahr ihm zu Ehren der Peter-Wieneke-Geburtstagsmarathon rund um den Öjendorfer See mit mehr als 100 Startern veranstaltet. Vier, fünf Jahre noch. Dann will Peter Wieneke, falls er gesund bleibt, seinen 1500. Marathon laufen. Ob er nach dieser Traumzahl, die weltweit nur wenige schaffen, die Laufschuhe beiseite stellen wird? „Es kommt dann auf meine körperliche Konstitution an“, wiegelt Peter Wieneke ab. Auf jeden Fall soll dann eine Autobiographie des Marathon-Mannes erscheinen...
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