Die Jugend begeistern

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Ruhig und voller Konzentration zielt Henrik Droppelmann auf die Scheibe: Wieder ein Volltreffer.

Tag der offenen Tür bei den Bargteheider Schützen

Von Hans-Eckart Jaeger
Bargteheide. Henrik Droppelmann holt seine Pistole LP 10, Marke Steyr, aus dem kleinen Koffer, geht zum Schießstand und stellt sich in Positur. Neben ihm schaut Julius Thumann aufmerksam zu. „Ich muss noch viel lernen, und Henrik soll mir dabei helfen“, sagt der 14-jährige Schüler.
Der 31 Jahre alte Meisterschütze vom Schützenverein Bargteheide beantwortet am „Tag der Offenen Tür“ alle Fragen und demonstriert, wie man mit den Sportwaffen umgeht. Ruhig hebt er die Luftpistole, zielt auf die zehn Meter entfernte Scheibe und drückt ab. Volltreffer, eine Zehn! Henrik Droppelmann ist einer der besten Pistolenschützen in Schleswig-Holstein. Seit knapp zwei Jahren gehört der in Jersbek aufgewachsene Fluggerätemechaniker zum Bundesliga-Team Fahrdorf bei Schleswig. Als ihn der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Wolff im Frühjahr 2010 das Angebot machte, zu wechseln, nahm er an.

Heute hat Droppelmann („Schießtechnisch habe ich mich erheblich verbessert“) ein noch größeres sportliches Ziel. „Ich möchte bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro in Brasilien für Deutschland an den Start gehen“, sagt er. „Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg. Ich bin aber bereit, eisern dafür zu trainieren. Vielleicht schaffe ich es ja.“ Einen Stammplatz in Fahrdorf hat er sich jedenfalls bereits gesichert. Ehefrau Sarah, Züchterin von reinrassigen Labradorhunden, steht ihrem Mann zur Seite. „Ich unterstütze ihn, wann immer ich kann.
Das Schießen ist sein großes Hobby, dem will ich nicht im Wege stehen“, sagt sie. Sarah Droppelmann ist vor sechs Wochen Mutter geworden. Niklas haben sie ihren Sohn genannt, und für ihn will sein Vater erst einmal zurückstecken. Am kommenden Wochenende, wenn die neue Bundesligasaison beginnt und Fahrdorf gleich zweimal antreten muss (Sonnabend gegen Braunschweig, Sonntag gegen Breustedt), übernachtet Henrik Droppelmann nicht wie sonst in einem Hotel, sondern fährt am späten Sonnabend 170 km mit dem Auto nach Bargteheide und am Sonntag zurück zum Wettkampf nach Boeklund.

„Nachts will ich bei meinem Sohn sein, er ist alles für mich“, sagt der Meisterschütze. „Vielleicht wird er, wenn er groß ist, mein Nachfolger als Sportschütze.“
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