Die Schwimmhalle ist ihr zweites Zuhause

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Medaillenhamster im Schwimmbecken: Sarina Sczech Foto: Giese

Talent Sarina Sczech schwimmt jede Woche 50 Kilometer im Training. Nächstes Ziel: Deutsche Meisterschaften

Von Manfred Giese
Jersbek
Ende Februar gewann die für die SG Stormarn-Barsbüttel startende Schülerin Sarina Sczech zweimal Bronze in ihrer Altersklasse bei den Norddeutschen Meisterschaften der „Langen Strecken“ in Magdeburg. Die dritten Plätze über 800 Meter Freistil und 1.500 Meter Freistil wurden ergänzt durch einen 7. Platz über 400 Meter Lagen. Zuvor hatte die Schwimmerin bei den Kurzbahn-Landesmeisterschaften 2015 in Kiel als Zweite über 200 Meter Schmetterling und Dritte über 400 Meter Freistil auf sich aufmerksam gemacht. Mindestens genauso hoch einzustufen sind Sarinas Platzierungen bei ihrer ersten Teilnahme an den Deutschen Freiwasser-Meisterschaften im vergangenen Jahr. Bei Wind, Wellengang und herumtreibenden Ästen nach einem schweren Gewitter, wurde sie Achte über 2,5 und Zehnte über fünf Kilometer. Als Siebenjährige legte Sarina Sczech ihre wassersportlichen Grundlagen in der Schwimmsparte des TSV Bargteheide, für den sie fünf Jahre lang auf Kreis- und Landesebene startete und erste Erfolge über den Kreis Stormarn hinaus errang. Im Sommer 2013 – seitdem trainiert von Constantin Depmeyer – schloss sie sich nach einvernehmlicher Rücksprache mit dem TSV dem FC Voran Ohe (Reinbek) an, dessen landesweit auf hohem Leistungsniveau erfolgreiche Schwimmsparte in der Schwimmhalle Barsbüttel trainiert. Einige Monate später erfolgte der Wechsel fast aller Akteure samt Trainer zu der 2014 vor Ort neu gegründeten SG Stormarn-Barsbüttel (SG StoBA).

Lust auf das Freiwasser


Schon beim ersten Trainingslager auf der Kanaren-Insel Lanzarote in den Osterferien 2014 weckte ihr Trainer Constantin Depmeyer bei Sarina das Interesse für das Freiwasserschwimmen. Vier Kilometer weit nahm sie im Kraulstil ihren ersten Kampf gegen Wind, die Atlantikwellen und gegen die unterschiedlichen Strömungen weit draußen vor den beliebten Urlauberstränden auf. Und sie hatte gleich – zu Recht stolz auf die erfolgreich gemeisterte außerordentliche Herausforderung – auf Anhieb „Blut geleckt“. „Ausdauer und Technik sind im Freiwasser die wichtigsten Voraussetzungen“, so Sarina. Beides liege ihr einfach. Um auf der Strecke nicht den optimalen Kurs zu verlieren, müsse man sich jeweils nach wenigen Armzügen etwas aus dem Wasser drücken und sich kurz an vorher eingeprägten Landmarken orientieren. Sarinas zweites Zuhause ist längst die Schwimmhalle in Barsbüttel, in der sie es bei täglichem Training pro Woche auf 20 bis 22 Stunden bringt. Dabei legt sie nicht unter 50 Trainingskilometer zurück. Ergänzt wird das Wassertraining durch Athletik- und Krafttraining an Land.
„Um diesem enormen Trainingsaufwand gerecht werden zu können, bedarf es eines gut strukturierten Alltags und einer aufwendigen Logistik der gesamten Familie“, erläuterte Sarinas Mutter Regine Sczech, die die meisten Trainings-Fahrdienste zur Schwimmhalle nach Barsbüttel übernimmt. „Ich brauche das tägliche Auspowern, um den Kopf für die Schule frei zu bekommen“, begründet die Stormarner Spitzenschwimmerin die eigene Motivation. „Je länger die Strecke, desto lieber“, sagt sie. Zu diesen Distanzen – neben dem Schwimmen im Freiwasser – gehören in der Halle vor allem 800 Meter Freistil und 1500 Meter Freistil sowie 400 Meter Lagen. Sarinas Hauptdisziplin und „Paradestrecke“ sind die 200 Meter Schmetterling. „Mein Coach schafft es immer wieder mich zu motivieren“, erklärte die ehrgeizige Ausnahmeschwimmerin, die sich als nächstes Ziel die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften im Becken gesetzt hat. „Ich bin immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung“, so Sarina Sczech.
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