Mit 50 wieder im Tor

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Die Handballdamen des VfL Oldesloe sind optimistisch: Gudrun Fandrey, Kim Chylla, Anja Goerz, Cathleen Kunze, Sanna Radde, Bente Ruge, Gerhard Bolzmann (stehend von links), Julia Lüneburg, Svenja Peters, Sarah Burmeister (knieend von links). Es fehlt: Martina Pusch. Foto: H.-E. Jaeger

Gudrun Fandrey macht bei den Handballern des VfL mit

Von Hans-Eckart Jaeger
Bad Oldesloe. „Meine Frau kommt heute Abend erst später nach Hause, sie ist beim Training“, sagt Manfred Fandrey (62). Diese Antwort erteilt der Postoberamtsrat aus Bad Oldesloe in seiner Eigenschaft als Handball-Abteilungsleiter des VfL Oldesloe in letzter Zeit beinahe täglich.
Nicht, dass die Krankenschwester im Marienkrankenhaus in Lübeck ständig Überstunden ableisten müsste: Die langjährige Handball-Torhüterin hat sich zu einem ungewöhnlichen Comeback entschlossen. Das wird Gudrun Fandrey (50) kaum Freizeit lassen.
Sie trainiert die 1. Herren des VfL Oldesloe und die männliche A-Jugend, sie stellt sich, wann immer es ihre Zeit erlaubt, auch beim neu gegründeten Damen-Team zwischen die Pfosten. Und manchmal, wenn Damen-Coach Gerhard Bolzemann nicht da ist, betreut sie die Mädchen von der Bank aus. So wie beim Saisonauftakt am letzten Wochenende in Mölln (8:16).
„Mir macht es immer noch Spaß“, sagt sie. „Ich will dem Verein helfen, wieder eine Mannschaft auf die Beine zu stellen.“
Als VfL-Vorsitzender Detlef Rädisch sie fragte, ob man nicht wieder junge Mädchen für Handball interessieren könne, sagte Gudrun Fandrey nach einiger Überlegung: „Ich tue das dem Verein zu Liebe“, bekräftigt sie.
Mehr als drei Jahrzehnte hat sie im Tor gestanden, u.a. beim TuS Alstertal und beim Zweitligaklub TH Eilbeck.
Die gelernte Arzthelferin erhielt in dieser Zeit Angebote von Meister Lützellinden („Ich habe abgelehnt, wir hatten gerade ein eigenes Haus in Bad Oldesloe bezogen“), aber sie bis 2006 dem VfL Oldesloe die Treue - dem Verein, mit dem sie 1979 die deutsche A-Jugend-Meisterschaft errungen hatte.
Manfred Fandrey, seit 2011 Spartenleiter beim VfL, hat vollstes Verständnis für die Ambitionen seiner Frau. Gudrun sagt: „Ich werde von allen akzeptiert, auch von den Männern. Ich weiß, was ich will: Ich möchte in den Klub wieder den Leistungsgedanken bringen.“
Das könnte lange dauern, denn beide Teams spielen in der Kreisliga. Die A-Jugend tritt am 8. September nachmittag in der Stormarnhalle gegen WSV Tangstedt an, die Herren beginnen die Saison um 18 Uhr gegen die SG „Tills Löwen 3“, um 19.45 Uhr sind die Damen gegen „Tills Löwen 4“ an der Reihe. Und immer ist Gudrun Fandrey mitten drin im Geschehen.
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