Geschenk fürs Museum

Wann? 07.04.2013

Wo? Willi-Bredel-Geschichtswerkstatt, Wilhelm-Raabe-Weg 23, 22335 Hamburg DE
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Elke Dettmann 1944 – in jenem Jahr bekam die damals Siebenjährige ein Geschenk von einem Zwangsabeiter, das sie jetzt der Bredel-Gesellschaft stiften will. Foto: privat/hfr
Hamburg: Willi-Bredel-Geschichtswerkstatt |

Stifterin kommt zur Einweihung

Fuhlsbüttel. Ein ungewöhnliches Geschenk bekommt die Willi-Bredel-Geschichtswerkstatt am kommenden Wochenende für ihr Museum in der früheren Zwangsarbeiterbaracke am Wilhelm-Raabe-Weg überreicht. Es spiegelt eine rührende Geste der Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen wider.
Im Kriegswinter 1944 mussten in Hamburg 62.000 ausländische Zwangsarbeiter unter zumeist sehr harten Lebensbedingungen arbeiten. Die meisten dieser Männer waren in der Industrie und im Handwerk
beschäftigt. So auch ein junger Franzose, der mit anderen Franzosen und Niederländern im Dachgeschoss des Hauses Oldesloer Straße 1 in Schnelsen untergebracht war, und in der Meierei gegenüber eingesetzt wurde.
Zu Weihnachten 1944 schenkte er der damals siebenjährigen Elke Dettmann, die mit Mutter und Schwester im ersten Stock dieses Hauses lebte, mehrere Puppenstubenmöbel, die er in seiner knapp bemessenen Freizeit angefertigt hatte. Das Mädchen freute sich riesig über dieses wertvolle Geschenk, mit dem später auch ihre Töchter und
Enkelinnen spielten.
Im Januar 2012 schrieb sie der Willi-Bredel-Gesellschaft einen Brief, in dem sie ihr die kleinen Möbel anbot. Nun sollen sie in der ehemaligen Zwangsarbeiterbaracke im Wilhelm-Raabe-Weg 23 im Rahmen der Ausstellung „NS-Zwangsarbeit in Hamburg“ eine neue Heimat finden.
Elke Sendler (Dettmann), die heute in der Nähe von Stuttgart lebt, und ihre Schwester werden bei der Einweihung des kleinen neuen Ausstellungsteiles anwesend sein und über die Hintergründe dieses ungewöhnlichen Geschenks berichten. (bcb)
Sonntag, 7. April, 14.30 Uhr, Wilhelm-Raabe-Weg 23, Nähe Flughafen. Die drei Dauerausstellungen in den Baracken zum Thema NS-Zwangsarbeit sind bis 17 Uhr geöffnet
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