Eine Kita in der Kapelle?

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Kann hier bald ein Kindergarten einziehen? Die Kapelle 6 wird seit einigen Jahren nicht mehr genutzt Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Friedhof Ohlsdorf |

Kapelle wird nicht mehr genutzt: Ohlsdorf sucht Ideen für alternative Nutzung

Von Nicole Kuchenbecker
Ohlsdorf
Immer weniger Bestattungen finden auf dem Ohlsdorfer Friedhof statt. Zeit, Überlegungen anzustellen, wie Kapellen und Gelände zukünftig genutzt werden könnten. Die Ideen reichen von Konzerten und Lesungen bis hin zur Unterbringung eines Kindergartens. „Wir stehen diesen Gedanken offen gegenüber“, sagt Dr. Bernd Rohde, Leiter der Stabsstelle Strategisches Controlling und Kommunikation bei den Hamburger Friedhöfen. Bislang seien es aber nur erste Gedanken, versichert Rohde. Doch wenn es einen Träger gäbe und auch die finanziellen Mittel, dann könnte möglicherweise bereits 2019 ein Kindergarten in der denkmalgeschützten Kapelle 6 einziehen.

Kapelle sinnvoll nutzen

1905 wurde die mehr als 100 Quadratmeter große Kapelle von dem damaligen Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes geplant und von Architekt Albert Erbe baulich umgesetzt. Doch die Kapelle wird nicht mehr genutzt. Ein Schicksal, das sie mit drei weiteren Kapellen teilt. „Das Bezirksamt weiß, dass sich der Friedhof Ohlsdorf selbst auf den Weg gemacht hat, Nutzungsideen für die leerstehenden Kapellen zu entwickeln. In Kenntnis dessen hat das Bezirksamt die Idee einer Kindertagesheimnutzung, die eine weitere Verbesserung des Kindertagesheimangebotes im Stadtteil Ohlsdorf bewirken könnte, in die dortigen Überlegungen hineingetragen“, sagt Jan-Peter Uentz-Kahn, Sprecher des Bezirksamtes Hamburg-Nord.

Gespräche gesucht

Pietätslos oder anstößig sei der Gedanke nicht, davon ist auch Rohde überzeugt. Doch bevor man in tiefere Planungen einsteigen würde, stünden erst einmal Gespräche mit den Besitzern der umliegenden Gräber an. „Mit dem Beteiligungsverfahren Ohlsdorf 2050 haben Friedhof und Umweltbehörde viele Ideen zur künftigen Nutzung der frei werdenden Flächen gesammelt. Mir ist wichtig, den Ohlsdorfer Friedhof sowohl als Trauer- als auch als Naturort und Grüne Lunge zu erhalten“, sagt Dorothee Martin, SPD-Bundestagskandidatin für den Hamburger Norden, „man braucht aber auch neue Ideen, um die schöne Anlage angesichts der sinkenden Begräbniszahlen dauerhaft zu erhalten. Die Idee einer Kita auf dem Gelände ist mutig. Ich kann mir das aber vorstellen, sofern Bestattungen und Friedhofsruhe nicht gestört werden. Das sollte auf einem Gelände von 400 Hektar möglich sein.“ Die Idee, Leben in Friedhöfe zu bringen ist nicht neu und wird auch anderorts praktiziert. Bereits Ende April war die Umnutzung der Kapellen Thema der Tagung „Ohlsdorf 2050 – Nachhaltige Friedhofsentwicklung; Tagung im Forum Ohlsdorf“ gewesen. Die erste Kapelle ist bereits umgestaltet. Die Klanginstallation „Raumfarbe“ von Sam Auinger verzaubert heute in Kapelle 6.
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