Landhaus Fuhlsbüttel: Rettung oder Abriss?

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Im kommenden Regionalausschuss soll über denkmalgeschützte Bauten, wie das Landhaus Fuhlsbüttel, informiert werden Foto: nik
Hamburg: Brombeerweg 1 |

Experten werden zur Zukunft des Gebäudes gehört

Von Nicole Kuchenbecker
Fuhlsbüttel
Denkmäler – sie erzählen Geschichten, haben meist eine beachtliche Historie, stehen unter besonderem Schutz. Manchmal aber verkommen sie zu Schandflecken. Und unter bestimmten Voraussetzungen dürfen auch denkmalgeschützte Bauwerke abgerissen werden. Dann nämlich, wenn die Erhaltung privaten Eigentümern nicht mehr wirtschaftlich zumutbar ist. In Fuhlsbüttel wird über die Zukunft des Landhauses gesprochen. Leise. Hinter verschlossenen Türen. Und immer wieder ploppen in sozialen Netzwerken Anspielungen auf die Sucksche Kate auf. Das denkmalgeschützte Bauernhaus war Anfang Januar in Flammen aufgegangen. Es lägen keine weiteren Ermittlungsergebnisse über die Ursache vor, sagt die Polizei. Die Vernichtung von Denkmälern kann viele Ursachen und andere Gründe haben. Wenn beispielsweise „dem Denkmalschutz überwiegende öffentliche Interessen die Beseitigung des Denkmals erfordern“, teilt die Kulturbehörde auf Anfrage mit. Ein Abriss kann aber auch genehmigt werden, wenn die Erhaltung des Objekts als Denkmal materiell nicht mehr möglich ist. So fristet auch die Tankstelle am westlichen Ende der Fibigerstraße ihr Dasein.

„Es kommt darauf an“

Aber auch persönliche, wirtschaftliche Interessen können ein Grund für die Vernichtung von Denkmälern sein, dann, „wenn privaten Eigentümern die Erhaltung wirtschaftlich nicht zumutbar ist, das heißt die Kosten der Erhaltung und Bewirtschaftung dauerhaft nicht durch die Erträge oder den Gebrauchswert aufgewogen werden können“. Es gibt verschiedene, legale Möglichkeiten, sich eines Denkmals zu „entledigen“. Und auch das Bezirksamt muss eine Genehmigung zum Abriss erteilen. Tom Oelrichs, Dezernent Steuerung und Service im Bezirksamt Hamburg-Nord: „Klare juristische Antwort – es kommt darauf an: Im Antragsverfahren nach Paragraf 62 der Hamburgerischen Bauordnung (HBauO) fordert das Bezirksamt die Stellungnahme/Genehmigung des Denkmalschutzamtes. Im Verfahren nach Paragraf 61 HBauO gibt es die konzentrierende Wirkung nicht. Dann ist die Einholung zwei getrennter Genehmigungen erforderlich: eine vom Denkmalschutzamt und eine von uns.“ Liegen diese vor, könne die Abrissbirne nach Prüfung anrollen. Das Thema hielt jetzt auch Einzug im Regionalausschuss, der nach Redaktionsschluss nicht beendet war. Thomas Kegat (SPD), Sprecher des Regionalausschusses: „Der SPD ist es wichtig, den Denkmalschutz stärker ins Bewusstsein zu rücken und wir haben deshalb die Initiative ergriffen und gemeinsam mit allen wesentlichen im Regionalausschuss vertretenen Fraktionen und Gruppen einen Antrag beschlossen, einen Vertreter aus dem Denkmalschutzamt zu uns in den Ausschuss einzuladen. Das Landhaus Fuhlsbüttel ist ein gutes Beispiel für ein markantes, identitätsstiftendes Gebäude im Stadtteilbild. Es steht unter Denkmalschutz und ist vor einem Abriss besonders geschützt.“

CDU für Bürgerbeteiligung

Ob das Landhaus Fuhlsbüttel wirklich abgerissen werden soll, wollte Nizar Müller, CDU, weder bestätigen noch dementieren. „Die Bebauungspläne Langenhorn 22 und Langenhorn 68 haben uns in der Vergangenheit gezeigt, dass das Denkmalschutzamt rechtzeitig in die entsprechenden Prozesse involviert werden muss. Unser Ziel ist es auch für die Bürger aus den Stadtteilen Transparenz zu schaffen, sie öffentlich mit einzubeziehen und die Bürgerbeteiligung zu stärken“, sagt Müller.
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