Neuer Fluglärm-Rekord

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Der BUND startete im März die Volkspetition für ein konsequentes Nachtflugverbot Foto: Haas
Hamburg: Flughafenstr. 1-3 |

Der Bund fordert konsequentes Nachtflugverbot am Hamburg Airport

Von Waltraut Haas
Hamburg
Der Bund schlägt Alarm: der nächtliche Fluglärm am Hamburg Airport sei im ersten Halbjahr 2017 drastisch angestiegen. Verspätete Starts und Landungen nach 23 Uhr hätten sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 sogar noch mehr als verdoppelt. Die geltenden Betriebszeiten würden weiter massiv verletzt; die angekündigte „Pünktlichkeitsoffensive“ habe versagt (das Wochenblatt berichtete). Die Umweltschutzorganisation fordert nach einer neuen Datenauswertung weiter ein konsequentes Nachtflugverbot. Bereits seit März sammelt der Bund-Arbeitskreis Fluglärmschutz Unterschriften für die Volkspetition „Ab 22 Uhr muss Schluss sein“ (das Wochenblatt berichtete).

12.000 Unterschriften

Rund 12.000 Hamburger haben bereits unterschrieben, so Bund-Sprecher Paul Schmid: „In der Sommerpause sammeln wir weiter, danach reichen wir die Listen bei der Hamburger Bürgerschaft ein.“ Und: „Auch die Flugbewegungen zwischen 22 und 23 Uhr steigen weiter“, erklärt Bund-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. „Die Lebensqualität vieler Hamburger wird betriebswirtschaftlichen Interessen des Flughafens und der Fluggesellschaften einfach untergeordnet.“ Weniger Flugverkehr fordert auch Ulrike Zeising, Vorsitzende des Kommunalvereins Groß Borstel, der die Bund-Aktion unterstützt. Allein beim Stadtteilfest im Mai hätten spontan 1.300 Groß Borsteler die Bund-Volkspetion unterschrieben.

Norddeutsches Flugverkehrskonzept gefordert

Als Gründungsmitglied der BIG Fluglärm wendet sich Zeising gegen den Wachstumskurs auf dem innerstädtischen Hamburger Flughafen. „Zugleich wird der Wohnungsbau oft bis an den Flughafenzaun gefördert“, sagt sie empört. Statt der Förderung lokaler Wirtschaftsinteressen sei endlich ein neues norddeutsches Flugverkehrskonzept vonnöten. Stadtteilpolitiker Uwe Schröder nickt zustimmend. Sogar am London City Airport funktioniere ein absolutes Flugverbot nachts sowie an Wochenenden. „Hier wäre ein konsequentes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ein erster Schritt in die richtige Richtung“, meint Schröder und verweist zugleich auf Gesundheitsrisiken des Ultrafeinstaubs durch Flugzeug-Abgase. Der werde bislang nicht öffentlich thematisiert, meint der Umweltschützer.

Weitere Infos: BUND Hamburg und Bürgerinitiative für Fluglärmschutz (BAW)

Lesen Sie auch: Hamburg Airport: Lärmend durch die Nacht?

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1 Kommentar
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Steffen Maier aus Farmsen-Berne | 01.08.2017 | 23:46  
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