Petition gegen den nächtlichen Fluglärm

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Rund 7.000 Nachtstarts und -landungen machen nwohnern rund um den Flughafen zu schaffen Foto: wb
 
Stefanie Harder, Pressesprecherin des Airport Hamburg Foto: Airport Hamburg
Hamburg: Flughafenstr. 1-3 |

Um 22 Uhr soll am Hamburg Airport Schluss sein, so die Forderung

Von Waltraut Haas
Hamburg
Der zunehmende Lärm macht Anwohnern rund um den Flughafen Hamburg zu schaffen – wie kürzlich berichtet. Seit Jahren wartet die EU-Lärmschutzrichtlinie auf Umsetzung, der zufolge Lärm mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Jetzt startet der Hamburger BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) eine Volkspetition für ein verlängertes Nachtflugverbot: „Ab 22 Uhr muss Schluss sein!“ Die bislang wenig beachteten Lärmschutz-Initiativen bekommen damit einen starken Kooperationspartner.

Konsequente Nachtruhe gefordert

Über 20 Aktive des BUND-Arbeitskreises „Fluglärmschutz“ versammelten sich am vergangenen Mittwoch im Terminal 1 des Helmut-Schmidt-Airports, um auf die Aktion aufmerksam zu machen und ihre Unterschriftensammlung zu starten. Sie wurde anschließend gleich in den Anrainer-Vierteln fortgesetzt. Dass Flughafennachbarn spontan unterschreiben, sei indessen wenig erstaunlich: Trotz der sogenannten „Pünktlichkeitsoffensive“ von Senat und Flughafen hätte die Anzahl der besonders störenden Flugbewegungen nach 22 Uhr in den letzten fünf Jahren kontinuierlich zugenommen, erklärte Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg. Der Lärm tagsüber sei schon schlimm genug. „Mit der Volkspetition wollen wir uns für die Einhaltung einer konsequenten Nachtruhe von 22-6 Uhr einsetzen.“

10.000 Unterschriften für Petition

Sollten 10.000 Unterschriften bis zur Jahresmitte vorliegen, müsse sich die Hamburger Bürgerschaft mit der Petition beschäftigen. „Die Stadt Hamburg ist immerhin Mehrheitseignerin des Flughafens, sie kann also die erforderliche Änderung der Betriebserlaubnis auf den Weg bringen“, sagt Braasch. Zahlreiche Passanten befürworteten die BUND-Aktion und unterschrieben bereits. Obwohl auch Bewohner aus angrenzenden schleswig-holsteinischen Gemeinden von nächtlichen Starts und Landungen betroffen sind, zählen nur Unterschriften von Hamburger Bürgern – so will es das Gesetz. Indessen besteht die rot-grüne Koalition im Rathaus auf eine Betriebszeit bis 23 Uhr und auf Ausnahmen für verspätete Flieger bis 24 Uhr, mit Verweis auf ihren 16-Punkte-Plan für besseren Fluglärmschutz. Kürzlich kündigten die Fraktionen immerhin an, die steigende Anzahl besonders störender Flachstarts wieder zu reduzieren. (wb)

Info

Bislang dauert der reguläre Betrieb von 6 bis 23 Uhr. Verspäten sich Flugzeuge, dürfen sie jedoch bis 24 Uhr starten und landen. Dabei nimmt die Zahl der nächtlichen Flüge kontinuierlich zu: 2016 wurden insgesamt rund 7000 Starts und Landungen gezählt. Wird aus der „Nachtflugbeschränkung“ ein Verbot? Stefanie Harder, Pressesprecherin des Airport Hamburg, hält das für unrealistisch. „Der Flughafenbetrieb richtet sich nach der Betriebsgenehmigung, die eine Verspätungsstunde von 23 bis 24 Uhr vorsieht. Daran arbeiten wir bereits streng im Dialog mit den Fluggesellschaften. Unsere vor einem Jahr gestartete Pünktlichkeitsoffensive zeigt bereits erste Erfolge.“ Nachts seien nur medizinisch erforderliche Flüge oder Flüge wegen Polizeieinsätzen zugelassen. Allerdings käme es wegen unvorhergesehener Ereignisse wie Wetter oder Streiks schon zu Ausnahmegenehmigungen für Starts und Landungen. Schon seit Jahren seien die nächtlichen Starts und Landungen von Postflugzeugen abgeschafft. (wh)

Weitere Infos: bund-hamburg.bund.net und www.hamburg.de/fluglaerm
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