Rettung für den Grünen Saal

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René Senenko (l.) und Hans-Joachim Kroll vor dem möglichen neuen Domizil Foto:oj
Hamburg: Im Grünen Grunde 1 |

Lösung bei Suche nach neuen Räumlichkeiten in Sicht

Olaf Jenjahn
Ohlsdorf
Wenn am 19. September der Kulturausschuss des Bezirkes Hamburg-Nord zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, steht auch die Frage auf der Tagesordnung, wo der Verein Grüner Saal künftig seinen Sitz hat. Nach der Kündigung der Räumlichkeiten Im Grünen Grunde 1 durch die Bäderland GmbH suchten die Mitglieder des Vereins eine neue Bleibe. Nachdem ein Umzug in die Fuhlsbütteler Passage kurzfristig platzte, scheint es nun zu klappen. „Wir haben den leerstehenden Handyladen auf dem Bahnsteig der U-Bahnhaltestelle Ohlsdorf im Blick“, sagt Hans-Joachim Kroll, künftiger 1. Vorsitzender des Vereins. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied René Senenko fügt hinzu: „Der Raum ist geeignet, die Arbeit wieder aufzunehmen. Zwar sind größere Veranstaltungen wie einst im Grünen Saal nun nicht mehr möglich, aber der Platz reicht für Theaterproben, Sitzungen, Treffen von Initiativen und Ausstellungen.“

Stadtteiltreff

Der Verein hat seine Hausaufgaben gemacht und sein Konzept für das neue Domizil überarbeitet. Allerdings ist eine finanziell selbsttragende Arbeit nicht mehr möglich. „Im Grünen Grunde haben wir Vereinen und Institutionen unsere Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellen können, weil wir an den Wochenenden die Räume für private Feiern vermietet haben. Dies ist jetzt aufgrund der Lage und der Größe nicht mehr möglich. Deshalb sind wir auf eine Bezuschussung angewiesen“, erläutert Senenko. Etabliert werden soll auf jeden Fall ein Stadtteiltreff.

Schwerpunkt Flüchtlingsarbeit

Ein Schwerpunkt soll die Flüchtlingsarbeit werden. Eine Beratung mit der Flüchtlingsunterkunft Eschenweg, in der mehr als 300 Flüchtlinge leben, ergab, dass die Integration der Flüchtlinge zwar Fortschritte macht, doch aufgrund der Integrationsmaßnahmen kaum Zeit für andere Aktivitäten bleibt. Die drängendsten Aufgaben sind, in Hamburg Wohnraum zu finden, lokale Möglichkeiten und Gegebenheiten kennenzulernen, Bewerbungen aufzusetzen und die deutsche Sprache zu sprechen. „Da es in der Wohnunterkunft keinen WLAN-Anschluss gibt und die Nutzung des Internets an den Rechnern der Bücherhalle Fuhlsbüttel sehr begrenzt ist, sollen Flüchtlinge im Stadtteiltreff wochentags ab den Nachmittagsstunden die Gelegenheit erhalten, im Internet auf Wohnraumsuche zu gehen. Über die Wohnraumsuche hinaus geht es außerdem um die Ausfertigung von Bewerbungsmappen, die Registrierung bei Internetdiensten und um die Intensivierung der deutschsprachigen Kommunikation. Für solch ein Angebot für Flüchtlinge soll im Stadtteiltreff ein zusätzlicher Computer mit Internetanschluss zur Verfügung gestellt werden“, hofft Senenko. Doch auch mit einem Erzählcafé, Ausstellungen und kreativen Angeboten sollen Möglichkeiten geschaffen werden. „Dem Stadtteil steht so ein Anlaufpunkt gut zu Gesicht, er wird hier gebraucht“, hat Kroll erkannt.
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