Später Flieger über Hamburg

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Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl: Das ist auch ein Bekenntnis für den Lärmschutz Foto: Fuchs
Hamburg: Flughafenstr. 1-3 |

Lärm belastet Menschen in Quickborn und Norderstedt. Quickborns Bürgermeister für Strafzahlungen

Quickborn Der nächtliche Fluglärm, von dem vor allem die Menschen in Norderstedt und Quickborn betroffen sind, könnte jetzt bald erheblich reduziert werden. Der Hamburger Flughafen will zum 14. Juli die Lärmzuschläge für zu laute und zu späte Flieger drastisch erhöhen (das Wochenblatt berichtete). So sollen Jets, die mit mehr als 84 Dezibel Lärm starten oder landen, künftig 1200 statt bisher 610 Euro zahlen. Das ist in der neuen Entgeltordnung des Flughafen verankert.

16-Punkte-Plan

In den späten Abendstunden erhöht sich der Aufschlag für Maschinen, die nach 23.30 Uhr den Hamburger Flughafen erreichen oder verlassen, von 300 auf 450 Prozent, nach Mitternacht soll der Strafzuschlag sogar auf 700 Prozent steigen. Erst im Jahre 2015 waren diese Aufschläge um 50 Prozent erhöht worden. In Hamburg wird die Erhöhung der Strafzahlungen kontrovers diskutiert. Während SPD und Grüne die neue Entgeltordnung positiv sehen, kritisiert die CDU die, nach ihrer Ansicht, lange Tatenlosigkeit des Senats. Im vergangenen Jahr wurde ein 16-Punkte-Plan zur Reduzierung des Fluglärm verabschiedet. Von den neuen Regelungen dürften insbesondere die Bewohner nördlich des Flughafens in den genannten Kommunen profitieren, weil die Flüge in den Tagesrandzonen – also frühmorgens und nachts – überwiegend über die nördliche Start- und Landebahn abgewickelt werden. Im vergangenen Jahr waren es 6282 Maschinen die nach 22 Uhr landeten, 806 nach 23 Uhr und 147 sogar nach 0 Uhr. Der Anteil, der davon schleswig-holsteinische Kommunen betraf, betrug rund 40 Prozent.

Pünktlichkeitsoffensive

Das kommt auch bei den Beschwerden zum Vorschein: So haben sich im vergangenen Jahr aus Norderstedt und Henstedt-Ulzburg 46 betroffene Anwohner 840-mal über zu laute Flugzeuge in der Nacht über ihren Dächern beschwert. In Quickborn und Hasloh waren es 35 Personen, denen es 1550-mal zu laut wurde. Angestrebt wird, dass alle Fluggesellschaften sich der Pünktlichkeitsoffensive anschliessen, der bislang acht Airlines freiwillig beigetreten sind. Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl, der der Fluglärmschutzkommission angehört, sagt: „Jede Erhöhung der Zuschläge ist gut. Das ist auch ein Bekenntnis für den Lärmschutz.“ Immer weniger Menschen seien heute bereit, Lärm zu ertragen. (bf)

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1 Kommentar
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Steffen Maier aus Farmsen-Berne | 17.05.2017 | 16:11  
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