Verspätungen am Flughafen werden teuer

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Dorothee Martin (SPD) befürwortet die Änderungen der Entgeltordnung des Airports Foto: wb
Hamburg: Flughafenstr. 1-3 |

Airport Hamburg bittet ab Mitte Juli Fluglinien, die verspätet zur Nachtzeit landen, kräftig zur Kasse

Von Olaf Jenjahn
Fuhlsbüttel
Verspätete Landungen auf dem Hamburger Helmut-Schmidt-Airport sind ein großes Ärgernis (das Wochenblatt berichtete). Jetzt geht es den Airlines ans Geld. Die neue Entgeltordnung des Flughafens, die am 14. Juli in Kraft tritt, sieht vor, dass Flugzeuge, die in Hamburg verspätet zur Nachtzeit landen, Zuschläge von bis zu 700 Prozent bezahlen müssen. Dies ergab eine Schriftliche Kleine Anfrage von SPD und Grüne.

Ärgernis für Anwohner im Hamburger Norden


„Gerade verspätete Ankünfte sind zu Recht ein Ärgernis für die Anwohnerinnen und Anwohner im Hamburger Norden. Die Erhöhung der Lärmzuschläge, insbesondere für die Nachtstunden, ist daher ein wichtiger Schritt zur geplanten weiteren Reduzierung des Fluglärms. Wir wollen mehr und besseren Lärmschutz, ohne die notwendige Entwicklung unseres Flughafens einzuschränken, deshalb sind der stärkere Einsatz von leiseren Flugzeugen, die stetige Weiterentwicklung der Landeentgelte sowie eine noch strengere Einhaltung der Betriebszeiten genau die richtigen Stellschrauben, an denen jetzt gedreht wird“, sagt die SPD-Wahlkreisabeordnete für Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf und Bundestagskandidatin Dorothee Martin. Mit der neuen Entgeltordnung wird jetzt ein weiteres Vorhaben aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen 16-Punkte-Plan gegen Fluglärm umgesetzt.

CDU kritisiert Senat


Kritik gibt es von der CDU, die bemängelt, dass nach der Verabschiedung des Planes „von Seiten des Senats kaum etwas passiert“ ist. Die Zahl der Flugverspätungen nach 23 Uhr ist auf einem Rekordniveau, die Bahnbenutzungsregeln werden täglich missachtet und auch die Beschwerden der Anwohner sind weiterhin hoch. „Der Hamburger Flughafen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt. Es ist wichtig, dass es zu einem fairen Interessenausgleich zwischen dem Flughafen und den vom Fluglärm betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern kommt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Akzeptanz für einen innerstädtischen Großflughafen erhalten bleibt“, sagt Denis Thering, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. SPD und Grünen wird im Kampf gegen den Fluglärm Erfolglosigkeit vorgeworfen. „Hätte Rot-Grün den 16-Punkte-Plan konsequent umgesetzt, wäre das Thema längst abgeräumt.“ Dem hält Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen in der Bürgerschaft entgegen: „Wir haben im Rahmen der Verabschiedung des 16-Punkte-Plans immer gesagt, dass wir die Drehschrauben weiter anziehen werden, wenn die Situation nach 23 Uhr unbefriedigend bleibt. Deswegen haben wir die lärmabhängigen Entgeltbestandteile in jeder Lärmklasse verdoppelt und zusätzlich die Zuschläge für die Tagesrandzeiten deutlich erhöht.“

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1 Kommentar
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BAW | Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein aus Poppenbüttel | 09.05.2017 | 13:17  
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