Wachholderpark: Wiederherstellung geplant

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Wilfried Franke zeigt auf die Sünden hin: Feld- wurden durch Backsteine ersetzt Foto: oj
 
Der Park und der Schnitt repro: wb
Hamburg: Wachholderpark |

Grünanlage in Fuhlsbüttel soll wieder historische Anmutung erhalten

Von Olaf Jenjahn
Fuhlsbütte
l Selten gab es im Regionalausschuss so eine Einigkeit zwischen den Parteien. SPD, CDU, Grüne und Linke sprachen sich im vergangenen Jahr einhellig für die Wiederherstellung des Wacholderparks in Fuhlsbüttel aus und brachten den Antrag auch so in den Regionalausschuss ein. Der 1909 von Leberecht Migge entworfene Park gilt deutschlandweit als „Juwel der Parkkunst“ und wurde in Hamburg als „kleiner Bruder des Stadtparks“ bezeichnet. 1962 dann ein – im wahrsten Sinne des Wortes – Einschnitt. „Dem Park wurde mit dem Haupteingang ein ziemlich großes Stück abgeschnitten.

Park & Ride-Parkplätze

Dort wurden Parkplätze errichtet, die heute als Park & Ride-Parkplätze ausgewiesen sind“, erzählt Wilfried Franke, Sprecher des Freundeskreises „Öffentlicher Garten Fuhlsbüttel“, so der eigentliche Name des Parks. Der Freundeskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich für die Wiederherstellung des Parks einzusetzen. „Der interfraktionelle Antrag freut uns sehr. Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit Aktionen auf diesen ,Schnitt‘ aufmerksam gemacht und ernteten bei Passanten viel Zustimmung“, sagt Franke. So wurde im Sommer das fehlende Gelände mit Flatterband abgesteckt, um den Anwohnern zu zeigen, was ihnen verloren gegangen ist.

Klinkermauerwerk statt Feldsteinmauer

Auch auf einige Sünden durch die Umgestaltung weisen Franke und seine Mitstreiter hin. Der Laubengang entlang des Wacholderwegs endet unvermittelt in einer Sackgasse, weil der ursprüngliche Eingang verschwunden ist. Die stattliche Kastanie, die einst die Besucher beim Eintritt in den Park begrüßte, steht zwar immer noch, ist aber schwer erkennbar, weil Sträucher die Sicht auf den Baum versperren. Auch die einstige Einfassung des Parks mit einer Feldsteinmauer wurde unterbrochen. Das „gekappte“ Stück wurde mit Klinkermauerwerk eingefasst.

Umbau nur schwer umsetzbar

Im Zuge des im Regionalausschuss gefassten Beschlusses stellte das Gartendenkmalamt der Umweltbehörde (BUE) zwar Mittel für die Wiederherstellung der Anlage in Aussicht, jedoch nur, wenn dies zu 100 Prozent geschieht. Kurz- oder mittelfristig ist dies aber nicht umsetzbar, heißt es aus dem Bezirksamt Nord. „Wir haben Geld für ein Gutachten beantragt, dass die Grundlage für weitere Entscheidungen in dieser Sache sein wird“, sagt Egbert Willing, Leiter des Fachamts Management des öffentlichen Raumes. In dem Gutachten sollen die Parkplatz-Situation beleuchtet, später auf dieser Basis Konzepte für mögliche Alternativen entwickelt werden. „Gerade auf Grund der bestehenden P+R-Situation ist ein Umbau nur schwer umsetzbar. Es müssen die gesamten verkehrlichen Belange betrachtet werden“, führt Egbert Willing weiter aus. Dies betrifft den Weg von der U-Bahn-Station Fuhlsbüttel um Park, der über zwei Straßen, den Bergkoppelweg und den Kleekamp, führt. Der P+R-Parkplatz ist wegen seiner Größe umstritten. Rachid Messaoudi (Linke) forderte im September 2016, ihn aus der Bewirtschaftung zu lösen und einer sinnvolleren Nutzung zuzuführen. Das der Garten im Jahr 2019 zu seinem 110-jährigen Bestehen wieder im alten „Glanz“ begehbar ist, scheint derzeit ausgeschlossen zu sein. Bis dahin sollte aber die Info-Tafel über den Park stehen, die vom Bezirk Nord in Auftrag gegeben wurde.
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