Willi-Bredel-Gesellschaft kämpft um Vereinssitz

Wann? 20.12.2016

Wo? Im Grünen Grunde 1C, Im Grünen Grunde 1C, 22337 Hamburg DE
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Der Mitteltrakt soll nach dem Neubau des Hallenbads als Eingangsbereich genutzt werden. Doch jetzt will Bäderland auch die beiden Seitentrakte, bislang Räume für Vereine, anders nutzen Archivfoto: Haas
Hamburg: Im Grünen Grunde 1C |

Geschichtswerkstatt in Hamburg-Ohlsdorf hat zahlreiche Befürworter und Unterstützer

Ohlsdorf Das Programm für 2017 steht. Noch am 20. Dezember laden ab 20 Uhr die Aktiven der Willi-Bredel-Gesellschaft ein in ihren Vereinssitz. „Bredel muss bleiben. Vorerst mit Büchern, Bier und Brezeln.“ Der Verein, der sich seit 1988 um die Gedenkkultur und Aufarbeitung des Nazi-Terrors kümmert, soll seinen Sitz Im Grünen Grunde 1b/c zum Jahresende räumen (das Wochenblatt berichtete). Das historische Eingangsgebäude des ehemaligen Freibads bleibt zwar erhalten, doch für den aktuellen Neubau des Hallenbades plant Bäderland auch die Räume seitlich des Eingangs neu zu nutzen.

Bezirkschef als Vermittler

Inzwischen haben immerhin Gespräche stattgefunden. Auch Bezirksamtsleiter Harald Rösler versuchte zu vermitteln. Zahlreiche Unterstützer des Vereins wandten sich zudem ans Bäderland Management, an die Bezirksversammlung und an die Kulturbehörde. Sogar Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz erhielt Post: vom gebürtigen Eppendorfer und Auschwitz-Überlebenden Dr. Hans Gaertner mit der Bitte, sich für die Willi-Bredel-Gesellschaft einzusetzen. „Dieser Verein war der erste in Hamburg, der auf das Schicksal meiner Familie aufmerksam gemacht hat. Er regte an, dass für meinen Vater Erich Gaertner im Juni 2008 ein Stolperstein an unserem einstigen Wohnhaus in Eppendorf verlegt werden konnte. Mein Vater war 1941 nach Minsk deportiert worden und kam dort um“, schrieb der 90-jährige Jurist und Übersetzer aus Prag.

Wird Mietvertrag verlängert?

Auch Ludwig Baumann, 94, der einst als Wehrmachtsdeserteur sein Todesurteil überlebte, wandte sich an die Willi-Bredel-Gesellschaft: „Ich erinnere mich noch gut, als Ihr 2010 die erste Aktion auf dem Friedhof Ohlsdorf angestoßen habt, um an 68 hingerichtete Wehrmachtsdeserteure zu erinnern!“ Wird der Mietvertrag für die Vereinsräume 2017 verlängert? Noch steht die Antwort von Bäderland aus. „Wir hoffen auf ein gutes Ergebnis“, sagt René Senenko. Zunächst aber wolle sich die Willi-Bredel-Gesellschaft für die Unterstützung mit einer Einladung in die Vereinsräume bedanken. Es gibt Gelegenheit zu Klönschnacks bei Bier oder Glühwein, Gebäck und Brezeln sowie zum Stöbern im Buch-Antiquariat. (wh)

Weitere Infos: Willi-Bredel-Gesellschaft

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