Woche des Gedenkens: Lesung mit Antje Kosemund

Wann? 31.01.2013 19:00 Uhr

Wo? Gemeindesaal St. Marien, Am Hasenberge 44, 22337 Hamburg DE
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Hamburg: Gemeindesaal St. Marien |

Woche des Gedenkens

Antje Kosemund liest aus Ihrem Buch

SPERLINGSKINDER
Faschismus und Nachkrieg:
Vergessen ist die Verweigerung der Erinnerung!


am Donnerstag, den 31.01.2013 um 19.00 Uhr
im Gemeindesaal St. Marien,
Am Hasenberge 44, 22337 Hamburg

Antje Kosemund wurde 1928 in Hamburg geboren. Sie ist seit mehr als 20 Jahren im Landesvorstand Hamburg der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.(VVN) aktiv. Ebenso ist sie Mitglied im Stiftungsrat des Auschwitz Komitees und im Beirat der Hamburger Stiftung für NS-Verfolgte. Antje Kosemund hält seit etwas 20 Jahren Vorträge in Fach- und Gesamtschulen, Gewerkschaften und anderen Organisationen und setzt sich für ein würdiges Erinnern an die Opfer der Euthanasie in der NS-Zeit ein.
Ein Schwerpunkt ihrer Geschichte ist die Gedenkarbeit für die lange vergessene Schwester Irma, die als Kind dem »Euthanasie«-Mordprogramm der Nazis zum Opfer fiel.
Antje Kosemund war noch ein Kind, als sie ihre Schwester Irma abgeholten. Sie war eines von den neun Kindern, die zusammen in der 3-Zimmerwohnung im Arbeiterbezirk Barmbek-Nord lebten, und sie erinnert sich daran, dass die 15 Monate jüngere Schwester in ihrem Gitterbettchen saß und die Arme vergnügt im Takt schlug, während die anderen sangen „Die Gedanken sind frei“. Das war verboten. Weihnachten 1933, machten die Genossen der verfolgten Familie eine schöne Bescherung, für jedes Kind gab es eine Orange und Schokolade. Irma fehlte. Dies wurde Antje Kosemund erst später bewusst. Ihre Eltern hatten dem Druck der Familienfürsorge nachgegeben. Irma wurde am 21. Dezember 1933 in die Alsterdorfer Anstalten eingewiesen.
Inzwischen wurde Irma Sperling auf 3 verschiedenen Friedhöfen beigesetzt: In Wien wurde ihr Körper 1944 in einem Massengrab verscharrt, ihr Gehirn 1996 in Ohlsdorf auf den Ehrenfriedhof beigesetzt und noch später, 2002 in Wien, ein wieder gefundener Gehirnschnitt bei der Gedenkstätte für Euthanasieopfer.

In Alsterdorf wurde eine Straße nach Irma benannt: Der Irma-Sperling-Weg mündet in den Maienweg.

Eine Veranstaltung des
Backstube Fuhlsbüttel - Verein für stadtteilbezogene Kulturarbeit e.V.
in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde St. Marien
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