Schubs-Attacke in Hamburg-Ohlsdorf

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Sicher trotz Überfälle und Schubs-Attacke: Die Bahn setzt auf ein umfangreiches Sicherheitskonzept; auch hier in Ohlsdorf Foto: Kuchenbecker
 
Hier geschah der Überfall Foto: Kuchenbecker
Hamburg: S-Bahnhof Ohlsdorf |

75-Jährige geschubst und ausgeraubt. Polizei arbeitet mit Hochdruck an Aufklärung des Überfalls am S-Bahnhof


Von Nicole Kuchenbecker
Ohlsdorf
Die Auswertung des Videomaterials dauert noch an, sagt ein Polizeisprecher auf Anfrage. In der vergangenen Woche war eine 75 Jahre alte Frau im S-Bahnhof Ohlsdorf geschubst und ausgeraubt worden – die Polizei sucht jetzt nach weiteren Zeugen. Es ist Montag, der 2. Januar, gegen 8.45 Uhr, als eine 75-jährige Frau am S-Bahnhof Ohlsdorf überfallen wird. Die Seniorin war aus Richtung Barmbek mit der S-Bahn gekommen, wollte gerade die Treppe des Bahnsteigs hinabgehen als sie von einem unbekannten Täter geschubst wurde. „Dadurch verlor sie das Gleichgewicht und stürzte auf das Gesäß. Zeitgleich wurde ihr die mitgeführte Handtasche durch den zweiten Täter entrissen“, sagt Ulf Wundrack von der Polizei Hamburg.

Attacken in Hamburg und Berlin


Die brutale Schubs-Attacke auf die Frau erinnert an Berlin und Billstedt; in Ohlsdorf steckt jedoch noch ein Raub dahinter. Wie sicher können sich Bahn-Fahrgäste nun fühlen? „Die Fahrgäste können sich so sicher wie immer fühlen“, sagt Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher und Leiter Kommunikation Regionalbüro Nord (GNK H) der Deutsche Bahn AG, „wir haben ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Es wird ständig mit den verantwortlichen Behörden abgestimmt. Allein im Bereich der S-Bahn Hamburg haben wir rund 270 Mitarbeiter von DB Sicherheit rund um die Uhr im Einsatz.“ Kameras und Notrufsäulen vermitteln an den 56 Bahnhöfen innerhalb des Stadtgebiets ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.

Hilfe für Opfer


Eng mit der Polizei arbeitet auch Kristina Erichsen-Kruse, stellvertretende Landesvorsitzende des Weißen Rings in Hamburg zusammen. „Wir begreifen uns als Lotse im Hilfsnetzwerk“, sagt die Vorsitzende. Rund 1300 Opfer von Gewalttaten werden durch die Organisation hamburgweit pro Jahr betreut. Dazu kommen noch zahlreiche Beratungen am Telefon. Aber nicht nur Opfern von Gewalttaten, Überfällen oder sexuelle Übergriffe nehmen sich die Helfer an. „Wir beraten auch zu allgemeinen Lebensthemen“, sagt sie weiter, wo Menschen Adressen und Ansprechpartner beispielsweise für bestimmte Lebens-Situationen benötigen und finden können. Die Beratung und Begleitung von Opfern von Gewalttaten umfasst aber nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Familie, Angehörige oder auch Zeugen. Selbst um die Rechte von Betroffenen durchzusetzen, ist der Weiße Ring aktiv: Hier wird zur Not auch finanziell beim Rechtsbeistand unterstützt.

Zwei junge Männer gesucht


Jeder, der Opfer einer Straftat wird, kann sich an den Weißen Ring unter der Telefonnummer 116 006 kostenfrei, anonym und bundesweit in der Zeit von 7 bis 22 Uhr wenden. Wichtig ist auch, dass man den Notruf 110 wählt, wenn man eine Straftat beobachtet. Dies sei wohl im Falle des Überfalls auf die Seniorin in Ohlsdorf nicht geschehen. Noch ist die Auswertung des umfangreichen Videomaterials durch die Polizei nicht abgeschlossen. Dennoch sucht sie nun nach zwei Männern, die zwischen 17 und 18 Jahre alt und etwa 1.70 Meter groß sein sollen. Die Statur wird als schlank beschrieben. Zur Tatzeit waren sie dunkel gekleidet.

Die Polizei bittet Zeugen, sich telefonisch unter der Rufnummer 040/4286-56789 bei der Polizei Hamburg zu melden
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