Kai Debus, CDU Hamburg: Deutscher Mittelstand bei Digitalisierung rückständig

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Kai Debus, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bezirksfraktion Hamburg-Nord
Hamburg: Rathaus | Handelsblatt, 20. Oktober 2016, S. 12

"Der deutsche Mittelstand hinkt bei der Digitalisierung hinterher - und wird es auch noch viele Jahre tun. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des ZEW Mannheim und TNS Infratest für das Bundeswirtschaftsministerium, die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt und am heutigen Donnerstag vorgestellt wird. Die Analyse "weist deutlichen Nachholbedarf für den Mittelstand aus", mahnt Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig im Vorwort der Studie.

Die Bewertung basiert auf einer Umfrage von 924 Unternehmen aus elf Branchen. In einem Index fassen die Forscher den Digitalisierungsgrad der deutschen Wirtschaft zusammen - und der ist zwar etwas gewachsen, aber immer noch nicht besonders groß. Am besten schneiden noch die Kleinstunternehmen ab: Sie erreichen 55 von 100 möglichen Punkten. Die Großunternehmen erreichen 53 Punkte, die mittelgroßen Firmen hingegen nur 50 Punkte - und bis 2021 werde es dort auch keinen "erkennbaren Digitalisierungsfortschritt geben", schreiben die Forscher.

Netze wie in Indien
Das Bundeswirtschaftsministerium versucht mit Beratungseinrichtungen, Veranstaltungen und Förderprogrammen, dem Sorgenkind Mittelstand das Thema nahezubringen. Als größtes Hemmnis sehen die befragten Unternehmen jedoch das fehlende leistungsfähige Breitbandnetz sowie die hohen Investitionen, die für die Digitalisierung nötig sind. Die Forscher kommen in ihrer Analyse zu einem Ergebnis, das die Bundesregierung alarmieren sollte: Demnach ist die deutsche Netzinfrastruktur in einem ähnlich problematischen Zustand wie die indische.

Besonders viel Aufholbedarf bei der Digitalisierung besteht laut dem Befund der Forscher im Bereich Gesundheitswesen. Dort erreichten die Unternehmen nur 36 von 100 möglichen Punkten. Zu den besser digitalisierten Branchen zählt die Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche mit 61 Punkten. Der Maschinenbau erreichte 46 Punkte, der Fahrzeugbau ist mit 40 Punkten noch gerade so durchschnittlich digitalisiert. Allerdings haben alle Branchen aufgeholt im Vergleich zum Vorjahr.

Ein weiterer Befund der Studie: Die deutsche Digitalwirtschaft, also Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationsbranche sowie der Internetwirtschaft, liegt international weiter nur im Mittelfeld. Im Vergleich mit den zehn größten Konkurrenzländern belegt Deutschland bei der globalen Leistungsfähigkeit nur den sechsten Platz - vor Frankreich, aber hinter den USA (1), Südkorea (2), Großbritannien (3), Finnland (4) und Japan (5). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Deutschland demnach nicht verbessert. Für den internationalen Vergleich wurden zusätzlich einhundert Experten aus den jeweiligen Ländern befragt."

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2 Kommentare
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Michael Wikner aus Eppendorf | 27.10.2016 | 11:05  
2.129
Kai Debus aus Alsterdorf | 02.11.2016 | 15:43  
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