HafenCity: Bilder von einer anderen Welt

Nächster Termin: 16.09.2017 bis 13.10.2017

Wo? Shanghaiallee 12, Shanghaiallee 12, 20457 Hamburg DE
Anzeige
Manar Bilal mit einem seiner Fotos, die in Flüchtlingscamps, unter anderem im Libanon, entstanden Foto: fbt
Hamburg: Shanghaiallee 12 |

Syrischer Fotograf erzählt in seiner Ausstellung aus Flüchtlingslagern

HafenCity Normalerweise ist in den Nachrichten wenig von den Menschen zu hören, die die Folgen des Krieges in Syrien ertragen müssen. Manar Bilal zeigt nun Fotos aus den Flüchtlingslagern in der Türkei, Jordanien und dem Libanon. Sie zeigen eine kapitale menschliche Katastrophe.Im Café Elbfaire, das zum Ökumenischen Forum in der Shanghaiallee gehört, wird ausgepackt. Manar Bilal, ein freundlicher Mittdreißiger mit Bart und Käppi, holt vorsichtig seine Fotos aus dem Koffer. Wo und wie kann man sie an den weißen Wänden am besten aufhängen? Pastorin Corinna Schmidt aus dem Ökumenischen Forum und Ise Gainza vom Art Peace Project der Universität Hamburg beraten mit dem Fotografen. Zunächst werden die Bilder auf die Sitzbänke des Cafés gestellt und später aufgehängt. Ein paar sollen auch in der schönen Kapelle mit ihrer durchbrochenen, runden Ziegelwand ihren Platz finden - während der Vernissage.

Fotograf lebt in Frankreich

Manar Bilal, der Syrer lebt heute in Frankreich, hat in Flüchtlingslagern fotografiert. Kinder, alte Menschen, die in provisorischen Zeltstädten zu Zehntausenden leben. Wenn man das wirklich so nennen kann - Bilal berichtet, viele Kinder müssten zehn bis 12 Stunden täglich für einen Hungerlohn arbeiten, damit ihre Familien genug zu essen hätten. Der Fotograf hat als Aktivist jahrelang in den Lagern gearbeitet, bei den Eltern darum geworben, dass sie ihre Kinder auf die Schule schicken. Auch da herrschen chaotische Verhältnisse: 40 Kinder auf 25 Quadratmetern folgen dem Unterricht. „Manche haben ein Bein verloren“, berichtet Bilal, unendlich viele seien traumatisiert – mit ihnen machte er Theater-Workshops.

Ziel: Zurück in die Heimat

Er selbst hat 2012 seine Heimat verlassen, war zweimal illegal dort, um den Betroffenen von Giftgasangriffen zu helfen – vor drei Jahren zog Bilal dann weiter nach Frankreich. So viel wie möglich wolle er vom Schicksal der Menschen in den Flüchtlingslagern erzählen, damit ihnen geholfen werde. Kleider sammeln, Stifte für die Kinder. Natürlich wolle er eines Tages zurück nach Hause, sagt Bilal, heute sei es unmöglich. Die Ausstellung wurde von The Art Peace Project der Uni Hamburg organisiert. Sie ist bis 3. Oktober im Café Elbfaire, Shanghaiallee 12, zu sehen. (fbt)

Bilder von einer anderen Welt: Café Elbfaire, Shanghaiallee 12, Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und am Samstag von 13 bis 18 Uhr. Weitere Infos: Fotograf Manar Bilal
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige