Hamburgs Museen haben hochgesteckte Ziele

Anzeige
Hohe Ziele für das Jahr 2017: Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow Foto: Hörmann
 
Erstmals werden die Hauptwerke von Paris Bordone zusammengeführt Foto: wb
Hamburg: Glockengießerwall 5 |

Kunsthalle und Deichtorhallen präsentieren ihr großes Jahresprogramm

Hamburg Hamburgs Kunstmagnete, die Deichtorhalle und die Kunsthalle, blicken nach einem Rekordjahr weiter optimistisch in die Zukunft. Mit dem aktuellen Programm wollen die Häuser noch mehr Besucher in ihre Hallen locken. Einen Besucherrekord wie die Kunsthalle konnte Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow zwar nicht verkünden, freute sich aber über einen ausgeglichenen Haushalt: „Wir erreichen jetzt schon das sechste Jahr in Folge eine schwarze Null, das ist eigentlich eine Sensation“, sagt Luckow. Das Programm war zum Teil eher sperrig wie die mobilen Toilettenhäuschen von Andreas Slominski, die den Sommer über die gesamte Nordhalle einnahmen.

Keine Kompromisse

Kompromisse beim Programm will Luckow jedoch nicht machen, sieht die Rolle der Deichtorhallen als Verbindungsglied zwischen Avantgarde und etablierter Kunst, als Nahtstelle zwischen „zeitgenössischen Diskursen“ und „Mainstream“. Für 2017 hat der Deichtorhallen-Intendant neben Klassikern wie der Medienschau „Visual Leader“ und „Gute Aussichten“, dem Forum für junge deutsche Fotografie gleich mehrere Highlights im Programm. Insgesamt sind zwölf Schauen geplant, ein Publikumsmagnet wird sicher die Ausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ ab 10. Februar, bei der Künstler ihre Sicht des Jahrhundertbauwerks präsentieren und auch Modelle und Fotos der Elbphilharmonie zu sehen sind.Im Juni kommt der amerikanische Medienkünstler Bill Viola anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums mit einer großen Schau seiner spirituellen Installationen in die Deichtorhallen.

Hamburger Malerin Anita Rée

Die Hamburger Kunsthalle zeigt ab 24. Februar „Die Poesie der venezianischen Malerei“ mit Gemälden von Paris Bordone und seinem Lehrer Tizian. Bordones Hauptwerke werden erstmalig in einer großen Schau zusammengeführt, wunderschöne Beispiele venezianischer Malerei des 16. Jahrhunderts. Für den Herbst verspricht die Kunsthalle ein weiteres Highlight: Die erste umfassende Museumsausstellung der Hamburger Malerin Anita Rée (1885 – 1933) mit rund 150 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und kunsthandwerklichen Arbeiten. Bis dahin wagt die Kunsthalle ein Experiment: Die Ausstellung „Warten. Zwischen Macht und Möglichkeit“ ab 17. Februar zeigt Menschen beim Warten. Bis es losgeht, heißt es auch für alle Kunstfreunde „Warten“ und das ist, so das Kunsthallen-Team, nicht einfach verschwendete Zeit, sondern „ein Moment des Innehaltens und des Leerlaufs als Voraussetzung für jede Form der Kreativität“.

Besucherrekord trotz Bauarbeiten

Die Kunsthalle konnte im vergangenen Jahr trotz Bauarbeiten einen Rekord bei den Besucherzahlen verzeichnen. Mehr als eine halbe Million Besucher kamen in die Ausstellung, das ist Rekord seit Gründung der Kunsthalle im Jahr 1869 – und das trotz 17 Monaten Umbauzeit bis April 2016. Nach der Eröffnung legte die Kunsthalle einen Raketenstart hin, mehr als 200.000 Besucher in nur einem Monat wollten die neu gestalteten Räume sehen. Zwischen dem 30. April und dem 31. Mai lockten ein Eröffnungsfestival und Gratis-Eintritt, dank der Spende von Kunstmäzen Alexander Otto und seiner Firma ECE. Freier Eintritt in den neu gestalteten Prachtbau, da konnte kaum ein Kunstfreund widerstehen. Und auch die Ausstellung „Manet – Sehen“ (27. Mai bis 4. September 2016), mit der sich Hubertus Gaßner als Direktor von der Kunsthalle verabschiedete, schauten sich 133.000 Besucher an, jetzt wieder als zahlende Gäste. (sh)


Hamburger Kunsthalle: Glockengießerwall 5, Eintritt: 12 Euro, am Wochenende 14 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre frei

Deichtorhallen Hamburg: Deichtorstraße 1-2, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige