Jo Brauner liest Eric Amblers "Die Maske des Dimitrios"

Wann? 31.01.2017 20:00 Uhr

Wo? Speicherstadt-Kaffeerösterei, Kehrwieder 5, 20457 Hamburg DE
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Hamburg: Speicherstadt-Kaffeerösterei |

Bei einem Attentat kommt es nicht darauf an zu wissen, wer den Schuss abgegeben, sondern wer die Kugel bezahlt hat! - Amblers fünfter Roman hat auch 78 Jahre nach der Erstveröffentlichung nichts von seiner Faszination - und Aktualität verloren und wird vollkommen zurecht in fast allen ewigen Bestenlisten des Kriminalromans aufgeführt!

Istanbul 1938: Dimitrios, Mörder, Spion, Dealer und vieles mehr, ist tot. Charles Latimer, ein Nationalökonom, der mittlerweile sein Geld als Krimi-Autor verdient, ist von dem berüchtigten Gangster Dimitrios fasziniert und will ein Buch über ihn schreiben. Auf der großen politischen Bühne von Geheimdienstlern, Berufsverbrechern und Kriegsgewinnlern agiert Latimer als Amateur. Er stolpert mehr oder wenig zufällig immer tiefer in diese Welt aus hochaktuellen Fakten, Fakes und Fiktionen. Das Faktische, so lehrt uns Ambler, wird allein innerhalb des Fiktionalen sichtbar.

Ein Meisterwerk

Hans C. Blumenberg hielt Eric Amblers fünften Roman "für den elegantesten Kriminalroman des zwanzigsten Jahrhunderts". Wolfgang Schneider Literaturkritiker für FAZ, Welt, Literaturen, NZZ und diverse Radiosender schrieb zur Neuübersetzung und die gerade erscheinende Ambler-Neuausgabe beim Hamburger Verlag Hoffmann & Campe:"Dieses Meisterwerk aus dem Jahr 1939 bewegt sich auf der Grenze zwischen klassischem britischen Kriminalroman und modernem Polit-Thriller....

Ein hochaktueller Klassiker

Im klassischen Detektivroman bietet das Verbrechen eine Denksportaufgabe; iin diesem Thriller wird es zum Symptom einer gesellschaftlichen Krankheit. In "Die Maske des Dimitrios" gibt es "beeindruckende Beschreibungen des Vertreibungselends und der Flüchtlingsströme, die die griechisch-türkische Konfrontation nach dem Ersten Weltkrieg verursachte, gipfelnd in den Massakern im neun Tage lang brennenden Smyrna (Izmir), bei denen Zehntausende Menschen ums Leben kamen. Das liest sich ziemlich aktuell, und man fragt sich, welche Dimitriosse das heutige nahöstliche Elend noch ausbrüten wird."
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