Sympathy for the Devil - Eine Lesung mit Musik für Mick Jagger, der an diesem Tag 73 Jahre alt wird…

Wann? 26.07.2016 20:00 Uhr

Wo? Speicherstadt-Kaffeerösterei, Kehrwieder 5, Altstadt, 20457 Hamburg DE
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Hamburg: Speicherstadt-Kaffeerösterei |

Zum Geburtstag von Mick Jagger gibt es Texte von verschiedenen Autoren (Ingvar Ambjoernsen z. B., Michail Bulgakows "Meister und Margarita", der Roman, der Jagger/Richards zu Sympathy angeregt haben soll... u.a.)... – und selbstverständlich Stones-Musik von & mit

JAN DREES

Jan Drees ist eine Ausnahmeerscheinung im heutigen Musikgeschäft. Ein „grandioser Instrumentalist“, schrieb die FAZ. Und sie hat recht! Er verfremdet Gitarren bis zur Kenntlichkeit und bewegt sich dabei ganz spielerisch zwischen experimenteller Musik, Jazz und Artrock. Mit einer Loopbox vervielfältigt er live seine Sounds und schichtet sie behutsam übereinander. So erzeugt diese ganz ungewöhnliche Ein-Mann-Band nahezu orchestral dichte Klangbilder. Jan Drees hat zahlreiche Lesungen von Heinz Rudolf Kunze begleitet, Stummfilme (wie „Metropolis” und “Sinfonie der Großstadt”) musikalisch inszeniert. Für die Schwarze-Mick-Jagger-Geburtstagsnacht hat er Rolling Stones-Titel interpretiert – der King-Crimson-Jünger sympathisiert also an diesem Abend “wie ein Teufel” mit dem “Teufel“…

Wie alles anfing

Schnell noch eine kleine Einstimmung - September 1965: Die Rolling Stones hatten gerade "I can get no Satisfaction" herausgebracht, eine der großen Hymnen der 60er-Generation. „Bravo“ (genau, die Bildungszeitschrift mit Dr. Sommer) organisierte die ersten Deutschland-Auftritte. Am 11. September 1965 gaben die "Bad Boys aus England" ihr allererstes Konzert in Deutschland. Kaum vorstellbar - in Münster, damals wie heute die Hauptstadt des Rock’n’Roll . Am 13. traten sie in Essen auf: Ich war dabei. Très chic, wenn ich das alles richtig erinnere: Mit schwarzer Slop-Hose (u.a. Naht statt Bügelfalte ), weißem kurzarmigen Nyltest(!)-Hemd und schwarzer Weste (von Opas "Gehrock"). Beerdigung oder eigene Konfirmation, so ähnlich muss das ausgesehen haben. Unglaubliche 25 Mark teuer war die Karte - glaube ich. Die Mutter eines Schulfreundes hatte Verbindungen... Für das Geld gab es damals noch einen Platz ziemlich weit vorn. - Als die Stones auf die Bühne rollten blieb ich brav sitzen, wie auf dem Geburtstag von Onkel Fritz. Dafür fand ich mich prompt in einer der letzten Reihen wieder, als die Steine auf die Bühne rollten: Denn gut erzogen hing ich an meinem Stuhl. Alle anderen stürmten nach vorn, die Mädchen auch, zusammen mit den Langhaarigen! An diesem Abend merkte ich, dass meine adrette, sauber ausrasierte Napoleon-Kurzhaarfrisur irgendwie unpassend wirkte. Außer bei Oma und Mama. Nun ja, in der Hitparade lag damals, von Juli bis Mitte Oktober, Nini Rosso vorn, mit Il Silenzio... -

Es war schrecklich - großartig

Das Konzert in der Essener Gruga-Halle war schrecklich. - Großartig… Einen Tag später, am 13. September stand die Ernst-Merck-Halle in Hamburg auf dem Tour-Plan der Stones. Zwei Gigs am Tag, der erste um 17.30. Brian Jones riss beim Auftakt zu Satisfaction 2x eine Saite. Zeitzeugen berichten von einer unglaublich miesen Akustik und einer sehr hanseatischen Atmosphäre. Das Desaster soll ganze 20 Minuten gedauert haben, in einer Halle, in der passenderweise an den anderen Tagen Viehzeug verhökert wurde – wie ein Zeitzeuge bemerkte.


The Last Time - May Be

Aber mal ehrlich: Das alles war doch kein Vergleich zu den folgenden Jahren... und, keine Frage: Besser als alle Schlager-Moves und Love-Parades zusammen. Damals. Schließlich war die Musik zu den Studentenunruhen, zu den Protesten gegen den Vietnamkrieg, zu Pille und Minirock. Es war 1965: Herbert Weichmann hatte gerade Paul Nevermann abgelöst, das 3. Programm ging erstmals auf Sendung (für ca. 3Stunden am Tag), viel wichtiger: Am 25. September 1965 moderierten Uschi Nerke und Gerhard „Gerd“ Augustin den ersten Beat Club. - Es ging rund. Selbst der „Spätgeborene“ Ben Becker wünscht sich ”Sympathy for the Devil” auf seiner Beerdigung. „May be the last Time!“
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