Abschied: Sabine Paap verlässt Hamburg

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Ende Juli machte das Nordkirchenschiff im Traditionsschiffhafen in der Hafencity fest – die Hamburger Kinder- und Jugendkantorei sang dort mit ihrer Leiterin Sabine Paap Foto: fbt
Hamburg: Bei der Petrikirche 2 |

Hauptkirchen St. Katharinen und St. Petri suchen Nachfolge

Von Frank Berno Timm
Neustadt/HafenCity
 Sabine Paap, bislang Leiterin der großen Hamburger Kinder- und Jugendkantorei, hört auf. Die Kirchenmusikerin verlässt aus privaten Gründen die Hansestadt und geht nach Bielefeld. „Heut‘ kommt der Hans, zu mir“, freut sich die Lies‘“, tönt es aus vielen Kehlen. Ein paar Augenblicke später: „Es tönen die Lieder, der Frühling kommt wieder...“ – im Handumdrehen verwandelt Kirchenmusikerin Sabine Paap die gut gefüllte St.-Petri-Hauptkirche zu einem riesigen Chor, der fröhlich und ziemlich richtig ein „Quodlibet“ (dt: wie es beliebt) singt – zwei Kanons, die „ineinander verschränkt“ meerstimmig gesungen werden können. Ähnliches spielte sich auch schon in der St.-Katharinen-Hauptkirche ab: Ziemlich rasant intonierte sie mit ihren „Kindern“ (also der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei St. Petri/St. Katharinen) und der Hamburger Liedertafel von 1823 (dem ältesten Männerchor der Hansestadt) im Konzert Nenas „99 Luftballons“.

Elf Jahre Kinder- und Jugendkantorei

Seit fast elf Jahren singt sie mit gut 150 Kindern vom Kindergarten- bis ins Teeniealter in Gottesdiensten und Veranstaltungen der beiden Hauptkirchen. Die musikalischen Qualitäten ihrer jungen Musiker sind unüberhörbar, vor allem die älteren musizieren mit fast engelsgleichem, sauberen Klang. Noch wichtiger: Die Jungs und Mädchen sind und bleiben normale Kinder, sie rennen schon mal, selbst in ihren Chormänteln, durch eine Kirche – aber sind, wenn es darauf ankommt, auf den Punkt konzentriert. Dahinter steckt beharrliche, Woche für Woche durchgezogene Probenarbeit. Vor einem knappen Jahr feierte sie mit Chor, Eltern und Freunden den zehnten Geburtstag der Kantorei mit einem zweitägigen Fest. Längst zieht die Arbeit, die 2006 mit der Gründung eines Kinderchors in St. Petri begonnen hatte, ihre Kreise: Vier Jahre später kam St. Katharinen dazu.

Chor-Reisen und Chor-CD

Regelmäßig geht der Chor auf Reisen, hat in den letzten Jahren immer wieder CDs eingespielt, zum Beispiel die Auftragskomposition „Wassermusik“, die vom Lüneburger Organisten und Komponisten Daniel Stickan stammt. Selbiger ist vielleicht der passendste Begleiter des Chors – dieser ist aber auch schon mit vielen anderen Chören und Ensembles aufgetreten. Beide Hauptkirchen rückten in den letzten Jahren enger zusammen, und in St. Katharinen fand in diesem Jahr erstmals seit Jahren wieder eine Konfirmation statt – nicht wenige der Beteiligten stammten aus Sabine Paaps Arbeit. Die Musikerin, sie war zuvor auch in Poppenbüttel und Volksdorf aktiv, hat in Hamburg Kirchenmusik studiert, leitete viele Jahre das Amt für Kirchenmusik in der Königstraße und lebt in der Hafencity in einer ökumenischen Hausgemeinschaft über der Kapelle des Ökumenischen Forums. Sabine Paap (44) verlässt die Hansestadt aus privaten Gründen, eine Nachfolge wird gesucht.

Abschiedsfeiern am 7. und 8. Oktober

Zum Abschied bringt die Kinder- und Jugendkantorei am 7. Oktober um 16 Uhr in St. Katharinen und am 8. Oktober um 10 Uhr in St. Petri die „Feuermusik – eine Kantate über den Kosmos, Vergänglichkeit und göttliche Funken“ von Daniel Stickan zur Uraufführung. Am 5. September moderiert sie zusammen mit Gunter Wolf um 18 Uhr unter dem Motto „Singing Waterfront“ ein Offenes Singen, das die Hamburger Liedertafel in St. Katharinen veranstaltet.
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