Bezirkschef Droßmann beantwortet ihre Fragen

Wann? 15.02.2017

Wo? Klosterwall 4, Klosterwall 4, 20095 Hamburg DE
Anzeige
Trotz Hamburger Schietwetters: Falko Droßmann nahm sich Zeit, die Fragen der Wochenblatt-Leser zu beantworten Foto: mdt/ fbt
 
An der Glinder Au liegt viel Müll herum (Frage 1) Foto: mdt/fbt
 
In Billstedt gibt es immerhin eine barrierefreie Toilette – reicht das aus? (Frage 2) Foto: mdt/ fbt
Hamburg: Klosterwall 4 |

Über 50 Wochenblatt-Leser aus Hamburg äußern ihre Sorgen, Kritikpunkte und stellen Fragen zu ihrem Stadtteil Billstedt

Von Nicola Krüger
Billstedt
Kein Blatt vor den Mund nahmen die über 50 Wochenblatt-Leser, die unserem Aufruf folgten und uns mitteilten, was ihnen an ihrem Stadtteil nicht gefällt. Viele Wünsche, noch mehr Kritik aber auch das ein oder andere Lob landeten so auf dem Tisch der Redaktion (das Wochenblatt berichtete). Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, stellte sich in der vergangenen Woche vor Ort den vielen Vorschlägen und Wünschen der Anwohner. Und diese legten sehr deutlich den Finger in bekannte Wunden: ungepflegte Straßen und Grünanlagen, Verkehrsrowdys und Parksünder, wilder Alkoholkonsum und Dreck vielerorts – es muss sich vieles ändern in Hamburg-Mitte. Der Bezirksamtsleiter zeigte sich bei dem Rundgang im Detail gut informiert über die Probleme in seinem „Revier“, gab durchdachte Antworten und machte deutlich, wo er selbst auch andere Personen einbeziehen muss.

Jeder Bezirk ist einmalig

„Im Bezirk Mitte sticht jeder Stadtteil heraus“, sagt Falko Droßmann, Bezirkschef von Hamburg Mitte, beim Rundgang mit dem Wochenblatt. Kaum ein Stadtteil ist mit dem anderen vergleichbar. Die bunte Lange Reihe in St.Georg, die Hochhausburgen in Mümmelmannsberg und die schicke Hafencity, so unterschiedlich ihre Bewohner so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse. Für Schubladen-Denken ist da wenig Platz – und Zeit. Falko Droßmann klärt Probleme am liebsten im Gespräch.

Leser fragen, Droßmann antwortet

Eine Auswahl der Kritikpunkte und Fragen der Leser und die Antworten von Falko Droßmann:

Frage 1, Verschmutzung in Billstedt

Thomas Zimmermann: Billstedt wird immer dreckiger! Verschmutzte und überwucherte Geh- und Radwege allerorten. Etliche Grünanlagen sind vermüllt. Hinzu kommt Laub, das seit Jahren nicht mehr entfernt wurde und mittlerweile zu einer braunen, glitschigen Masse kompostiert ist.

Falko Droßmann: Das Bezirksamt wird mit der hierfür zuständigen Stadtreinigung das Gespräch suchen. Die Mitarbeiter des Reviers vor Ort werden die Reinigung der Grünanlagen im Rahmen ihrer personellen Ressourcen optimieren.

Frage 2, barrierefreie Toiletten in Billstedt

Thorsten Krüger : Billstedt hat keine Barrierefreien Toiletten – oder gut versteckte.

Droßmann: Das Bezirksamt ist seit diesem Jahr für den Großteil der öffentlichen Toiletten nicht mehr zuständig. Jedoch kann gesagt werden, dass im ehemaligen Ortsamt Billstedt eine barrierefreie Toilette vorhanden ist. Der Zugang ist von der Seite Kantineneingang über eine Rampe erreichbar. Darüber hinaus wird das Bezirksamt den Hinweis an die Stadtreinigung weitergeben.

Frage 3, Straßenverkehr in Billstedt

Güner Annac: Ich bin für härtere Maßnahmen für Verkehrsmonster, die in den Bereichen, wo Kinder stärker frequentiert auftauchen, Verkehrsdelikte begehen. Ein Blitzer muss her, polizeiliche Überwachung oder auch Umbaumaßnahmen.

Droßmann: Das Bezirksamt wird in dieser Angelegenheit mit dem zuständigen Polizeikommissariat Gespräche führen.

Frage 4, Kundenzentrum Billstedt

Frank Neumann: Im Kundenzentrum gibt es nur wenige mehrsprachige Mitarbeiter, viele Billstedter haben dort Probleme sich zu verständigen.

Droßmann: In jedem Kundenzentrum sind englischsprechende Mitarbeiter zu finden. Darüber hinaus gibt es Mitarbeiter, die neben der Amtssprache Deutsch auch z.B. Türkisch sprechen. Die Stadt Hamburg strebt in sämtlichen Sparten der öffentlichen Verwaltung an, den Anteil der Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund stetig zu erhöhen. Hierzu bedarf es jedoch auch eine dementsprechende Anzahl geeigneter Bewerbungen, was nicht immer der Fall ist.

Frage 5, Billstedter Wochenmarkt

Horst Balhorn: Der Billstedter Wochenmarkt am Dienstag ist ein Plünnenmarkt geworden. Immer mehr Lebensmittelhändler geben auf.

Droßmann: Seit vielen Jahren werden von Bürgern, Abgeordneten und einzelnen Markthändlern immer wieder Beschwerden über einen zu hohen Anteil von Textil- beziehungsweise Non-Food-Händlern auf dem Billstedter Wochenmarkt, insbesondere am Dienstag, erhoben. Der Billstedter Wochenmarkt ist einer der größten und wirtschaftlich stärksten Märkte im Bezirksamtsbereich. Durch die hier erzielten Marktgebühren können auch wirtschaftlich schwächere Wochenmärkte im Bezirk weiter betrieben werden. Das Bezirksamt als Marktveranstalter ist gehalten, die zur Verfügung stehende Fläche gut auszulasten, um die Gebühren für die Benutzung möglichst niedrig zu halten, damit dieser für die Händler attraktiv bleibt und ein vielfältiges und ausgewogenes Warenangebot präsentiert werden kann, das von den Kunden auch nachgefragt und gewünscht wird. Die Situation auf dem Markt spiegelt das Nachfrageverhalten der Marktbesucher wider. Kein Händler mit frischen verderblichen Lebensmitteln und Blumen wird regelmäßig einen Markt beschicken können, wenn er dort kein Geld verdienen und seine Waren nicht verkaufen kann. Der Wochenmarkt bietet auch Non-Food-Händlern die wirtschaftliche Lebensgrundlage. Eine Kündigung eines regelmäßig genutzten Standplatzes ist unter rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen nur in sehr engen Grenzen, so bei Unzuverlässigkeit oder bei Gebührenschulden, möglich. Allerdings werden freiwerdende Plätze unter Berücksichtigung der Bewerberlage und des vorhandenen Warenangebotes seit Jahren vornehmlich an Food-Händler vergeben.

Frage 6, Mehr Grün in Billstedt

Andrea Steube: Deckel auf die B5! Mehr Grün wäre schön – wie im „feinen
Othmarschen“ auch.

Droßmann: Das Projekt „Billstedt an der Bille“ mit der seinerzeit von der Geschichtswerkstatt Billstedt vorgeschlagenen Deckelung der Bergedorfer Straße (B 5) ist den politischen Vertretern des Bezirks Hamburg-Mitte seit längerem bekannt und wurde durch das Bezirksamt hinsichtlich der sich für den Stadtteil bietenden Chancen, aber auch hinsichtlich der zu beachtenden Restriktionen, eingehend geprüft. Seitens des Bezirksamtes wurde die von der Geschichtswerkstatt Billstedt entwickelte Vision als eine interessante Entwicklungsperspektive für Billstedt gewürdigt. Gleichwohl wird eine kurz- oder mittelfristige Realisierungsmöglichkeit nicht gesehen. Die Vision ist eher langfristig in Abhängigkeit der diversen, sehr komplexen Rahmenbedingungen einzuordnen, frühestens in 20 bis 25 Jahren.

Frage 7, Parkraum in Billstedt

Gisela Krause: Ich wohne in der Ruhmkoppel Ecke Öjendorfer Weg und beklage das ständige Wildparken und Zuparken an dieser Stelle.

Droßmann: Hier ist die Polizei, das Parkraummanagement des Landesbetriebs Verkehr, zuständig. Das Bezirksamt wird die Stellen auf die Zustände hinweisen und dringend um Abhilfe bitten.

Nächste Sprechstunde am 15. Februar

Anfragen beantwortet er direkt. So hält er es auch in seiner monatlichen Sprechstunde im Bezirksamt (nächster Termin: 15. Februar, 17 bis 18 Uhr, Anmeldung Telefon 428543302). „Ich möchte auf so vielen Kanälen wie möglich mit den Menschen in Kontakt treten“, so Droßmann weiter. Das Wochenblatt ist nun einer davon.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige