Bezirkschef Droßmann über Probleme im „Revier“

Wann? 15.02.2017

Wo? Klosterwall 4, Klosterwall 4, 20095 Hamburg DE
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Trotz Hamburger Schietwetters: Falko Droßmann nahm sich Zeit, die Fragen der Wochenblatt-Leser zu beantworten Foto: mdt/nk
 
Die Legienstraße wirkt sehr ungepflegt (Frage 1) Foto: mdt/nk
Hamburg: Klosterwall 4 |

Über 50 Wochenblatt-Leser aus Hamburg äußern ihre Sorgen, Kritikpunkte und stellen Fragen zu ihrem Stadtteilen Hamm/Horn

Hamm/Horn Kein Blatt vor den Mund nahmen die über 50 Wochenblatt-Leser, die unserem Aufruf folgten und uns mitteilten, was ihnen an ihrem Stadtteil nicht gefällt. Viele Wünsche, noch mehr Kritik, aber auch das ein oder andere Lob landeten so auf dem Tisch der Redaktion. Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, stellte sich dann in der vergangenen Woche vor Ort den vielen Vorschlägen, Klagen und Wünschen der Anwohner.

Kritik, Wünsche, Fragen

Und diese legten sehr deutlich den Finger in bekannte Wunden: ungepflegte Straßen und Grünanlagen, Verkehrsrowdys und Parksünder, wilder Alkoholkonsum und Dreck vielerorts – es muss sich vieles ändern in Hamburg-Mitte. Der Bezirksamtsleiter zeigte sich bei dem Rundgang im Detail gut informiert über die Probleme in seinem „Revier“, gab durchdachte Antworten und machte deutlich, wo er selbst auch andere Personen einbeziehen muss.

„Im Bezirk Mitte sticht jeder Stadtteil heraus“, sagt Falko Droßmann, Bezirkschef von Hamburg Mitte, beim Rundgang mit dem Wochenblatt. Kaum ein Stadtteil ist mit dem anderen vergleichbar. Die bunte Lange Reihe in St.Georg, die Hochhausburgen in Mümmelmannsberg und die schicke HafenCity, so unterschiedlich ihre Bewohner so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse. Für Schubladen-Denken ist da wenig Platz – und Zeit. Falko Droßmann klärt Probleme am liebsten im Gespräch.

Leser fragen, Droßmann antwortet

Eine Auswahl der Kritikpunkte und Fragen der Leser und die Antworten von Falko Droßmann:

Frage 1, Müll in Hamm und Horn

Frau Schröder: Die Legienstraße ist komplett verunreinigt durch Verpackungen oder Kaffeebecher. Die Anwohner und die Saga müssen dort für die Reinigung sorgen, weil die Stadtreinigung dort offenbar nicht zuständig ist.
Falko Droßmann: Das Bezirksamt wird die Stadtreinigung über den Zustand informieren und gemeinsam – auch mit der Saga – eine Lösung suchen.

Frage 2, Verkehr in Hamm und Horn

Michael Rösing: Mich nervt, dass in der Sievekingsallee noch immer viele Werbeanhänger und Lkw auf den Parkplätzen in der Mitte der Sievekingsallee abgestellt sind/ werden, obwohl Mitte Dezember in den Medien angekündigt wurde, dass durch das Montieren eines neuen Schildes dieses
Problem unterbunden werden sollte.
Droßmann: Die Beschilderung wurde dementsprechend geändert. Nun werden die Falschparker nach und nach mit Bußgeld belegt, um das entsprechende Parkverbot durchzusetzen.

Frage 3, Straßenreinigung in Hamm und Horn

Reinhard Sturm: Zu viel Laub und Müll auf der Horner Landstraße und dem Bauerbergweg! Wir zahlen Stadtreinigungsgebühren und Steuern, genau wie in Blankenese, Eppendorf und den Stadtteilen mit „Büttel“ am Ende.
Droßmann: Wir werden das Gespräch mit der Stadtreinigung suchen, um Reinigungsintervalle und -intensität zu verhandeln.

Frage 4, Kundenzentrum Billstedt

Frank Neumann: Im Kundenzentrum gibt es nur wenige mehrsprachige Mitarbeiter, viele Billstedter haben dort Probleme sich zu verständigen.
Droßmann: In jedem Kundenzentrum sind englischsprechende Mitarbeiter zu finden. Darüber hinaus gibt es Mitarbeiter, die neben der Amtssprache Deutsch auch zum Beispiel Türkisch sprechen. Die Stadt Hamburg strebt in sämtlichen Sparten der öffentlichen Verwaltung an, den Anteil der Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund stetig zu erhöhen. Hierzu bedarf es jedoch auch eine dementsprechende Anzahl geeigneter Bewerbungen, was nicht immer
der Fall ist.

Frage 5, Ärzte in Hamm und Horn

Lena Zimmermann: Es gibt zu wenige Ärzte im Stadtteil. Keiner nimmt mehr Patienten an, auch einen Termin zu bekommen ist problematisch.
Droßmann: Die Problematik fehlender Arztpraxen und in der Folge Überlastung der verbliebenen Praxen ist in mehreren Stadtteilen, nicht nur in Hamburg-Mitte, festzustellen. Zuständig für eine adäquate Versorgung der Stadtteile mit Arztpraxen ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg. Hamburg gilt bei der KV als eine Planungsregion. Diese Region ist laut KV insgesamt gut versorgt. In den letzten Jahren wurde die KV wiederholt über verschiedene Wege auf Versorgungsengpässe hingewiesen. Ein deutlicher Fortschritt für die Region Billstedt-Horn wird vom Hamburger Projekt INVEST, das der der Innovationsfonds fördert, erwartet: Das Bündnis will in Billstedt und Horn ein integriertes, patientenorientiertes Versorgungsmodell etablieren. Versorgungsdefizite sollen gemindert, der Zugang zum Gesundheitssystem für die Bevölkerung deutlich erleichtert und verbessert werden. Die AOK Rheinland/Hamburg hat einen Integrierten Versorgungsvertrag (IV) mit der regionalen Managementgesellschaft Gesundheit für Billstedt/Horn geschlossen. Zahlreiche Kooperationspartner, unter anderem auch der Bezirk Hamburg-Mitte wollen das Projekt unterstützen.

Frage 6, Parkraum in Hamm und Horn

Inge Burmeister: Horn ist der ungepflegteste Stadtteil den ich in Hamburg kenne. Fußwege O ’Swaldstraße und Horner Weg sind unmöglich. Mit dem Rollator kann man nur schwer laufen.
Droßmann: Die Fußwege total eben herzustellen, solange Bäume an Gehwegen stehen, ist kaum und wenn dann zumeist nur im Rahmen einer sehr teuren Grundinstandsetzung möglich. Das Bezirksamt ist stets bemüht, kleine Schäden umgehend auszubessern. Die Stadtreinigung wird ebenfalls informiert, um gegebenenfalls die Reinigung zu intensivieren.

Nächste Sprechstunde am 15. Februar

Anfragen beantwortet er direkt. So hält er es auch in seiner monatlichen Sprechstunde im Bezirksamt (nächster Termin: 15. Februar, 17 bis 18 Uhr, Anmeldung Telefon 428543302). „Ich möchte auf so vielen Kanälen wie möglich mit den Menschen in Kontakt treten“, so Droßmann weiter. Das Wochenblatt ist nun einer davon.
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