Die „Rathauspassage“ ist nur aufgehoben

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Wieland Kerschner ist der „Herr der Bücher“ in der „Rathauspassage“ Foto: fbt
Hamburg: Rathausmarkt |

Stadt Hamburg will sich Zeit mit der Planung und dem Umbau lassen

Von Frank Berno Timm
Hamburg-City
Die Passage unter dem Rathausmarkt kann erst später umgebaut werden. Die Räume, in denen man essen, gebrauchte Bücher und fair gehandelte Produkte kaufen kann, sollen zur Alster hin geöffnet werden. Doch als der Bauantrag abgeschickt war, kam Sand ins Getriebe. Betriebsleiterin Diana Mack sagt, eigentlich hätte die „Passage“ – sie ist gemeinnützig und beschäftigt Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr unterkommen – gemeinsam mit den Architekten geplant, im Frühsommer den Umbau der Rathauspassage zu beginnen. 2016 habe es hierfür umfangreiche Planungen und Gespräche mit den Behörden, Politikern und dem Denkmalschutz gegeben, die grünes Licht signalisierten.

Umbau soll stattfinden

Im Sommer hätten die vier Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU, FDP und Grüne deutlich gemacht, dass sie geschlossen hinter dem Projekt „Rathauspassage“ stünden und der Umbau politisch gewollt sei. Gemeinsam hätten sie einen Antrag für die Sanierung und Erweiterung der Rathauspassage gestellt. Mack: „Der Bauantrag wurde daher im Dezember von den Architekten der ,passage gGmbH‘ eingereicht“. Im Januar habe die „Passage“ die Info erhalten, dass nur die Wirtschaftsbehörde als Eigentümer des Objekts den Umbau realisieren könne. Jetzt müsse die Behörde für Arbeit, Familie und Soziales die Wirtschaftsbehörde mit dem Umbau beauftragen, eine entsprechende Drucksache erstellen und die Bürgerschaft über den Umbau abstimmen. „Wir werden gemeinsam mit der Politik den Fortschritt unseres Bauvorhabens verfolgen, unterstützen und hoffen auf zügiges Vorankommen“, sagt die Betriebsleiterin. Im Laden selbst geht indes das Geschäft normal weiter. Wieland Kerschner (61) kümmert sich um die Bücher und man spürt deutlich, dass er – nicht nur als gelernter Großhandelskaufmann – etwas davon versteht. Vor dem Laden steht Hinz&Kunzt-Verkäufer Uwe Dierks (74), der seit 1998 unterwegs ist und Zeitungen verkauft – so an die 150 im Monat werden es wohl sein, erzählt er. Gegenüber vom „Passage-Laden“ gibt es noch ein zweites Geschäft, das fair gehandelte Produkte verkauft. Die Sozialbehörde (BASFI) hat nach Mitteilung von Sprecher Marcel Schweitzer die Federführung für das Gesamtprojekt. Zurzeit gebe es Gespräche mit den beteiligten Stellen – auch dem Bezirksamt Mitte. „Wir stecken etwas mehr Zeit in die Planung, damit wir am Ende mit dem Geld auskommen, dass man uns zur Verfügung stellt. In jedem Fall bleibt es dabei, dass der Umbau stattfindet.“ Mehr könne die BASFI dazu gegenwärtig nicht sagen, so Schweitzer.
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