Elbfaire: Neuer Treffpunkt in der HafenCity

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Amir Hossein und Pastorin Corinna Schmidt, die aufmerksam zuhört Foto: fbt
Hamburg: Shanghaiallee 12 |

Ökumenisches Forum will mit einem neuen Café Anwohner und Geflüchtete ins Gespräch bringen

Von Frank Berno Timm
HafenCity
Im Café Elbfaire des Ökumenischen Forums findet sonnabends von 15 bis 18 Uhr ein Begegnungscafé für alte und neue Nachbarn statt. Mit „neu“ sind die 700 Flüchtlinge gemeint, die in der Unterkunft Kirchenpauerstraße leben. Eine kleine Bar mit Tee, Kaffee und Keksen und Spielzeug für die Kinder stehen bei den Treffen im Café Elbfaire bereit. Amir Hossein ist 30 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Er ist seit drei Jahren in Deutschland und lebt nun in der HafenCity: Am Silvestertag 2016 ist der freundliche, ausgezeichnet Deutsch sprechende Mann aus der Flüchtlingsunterkunft an der Kirchenpauerstraße im Elbfaire Café. In einer kleinen Runde sitzt er mit Frauen aus dem Ökumenischen Forum zusammen und wird ein bisschen ausgefragt: „Kannst Du arbeiten?“, will Doris Fröse, die im Nachbarhaus lebt, wissen. Amir, hier duzen sich alle, erzählt, er habe ein langes Praktikum in einem Kindergarten in Farmsen gemacht, nun gehe er zur Schule, um den Realschulabschluss zu machen.

Treffpunkt für neue und alte Nachbarn

Aber es gibt auch Probleme: Es sei schwierig für Afghanen, einen Deutschkursus zu bekommen, er habe einen mit 170 Stunden in der Wartenau absolviert. Die Älteren haben es schwer anzukommen: „Sie verstehen kein Englisch.“ Und es gibt afghanische Frauen und Männer, die nicht lesen und schreiben können. So erfährt die kleine Runde, in der auch Pastorin Corinna Schmidt vom Ökumenischen Forum sitzt, Stück für Stück die Lebensgeschichte von Amir Hossein. Seine Ausbildung wird hier nicht anerkannt, obwohl er Möbelstücke gebaut hat – Stühle, Tische. Nach Deutschland ist Amir ganz allein gekommen und es ist nicht leicht, Kontakt mit Deutschen zu bekommen, sagt er. Ob Amir bleiben kann, weiß er nicht: der Asylantrag ist bislang nicht entschieden. Corinna Schmidt ist seit zweieinhalb Jahren die geistliche Leiterin des Ökumenischen Forums, das von vielen christlichen Kirchen getragen wird. Es sei die Grundidee des Cafés, das sich alte und neue Nachbarn der Hafencity begegneten, sagt sie. Und das funktioniert auch an diesem Nachmittag gut. Denn dies betreffe sowohl Menschen, die schon seit fünf oder sechs Jahren in der Hafencity lebten als auch die „neuen“ Nachbarn aus der Kirchenpauerstraße – die Unterkunft wurde erst 2016 in Betrieb genommen.

Begegnungscafé im Café Elbfaire, Ökumenisches Forum Hafencity, Shanghaiallee 12, sonnabends 15 bis bis 18 Uhr, weitere Infos:www.oefh.de
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