Grüner Filz? Hat Jens Kerstan Parteifreund begünstigt?

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Kai Debus
Hamburg: Rathausmarkt | Schanzte Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) seinem alten Parteifreund einen lukrativen Auftrag zu?

Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, hat die Behörde für Umwelt und Energie unter Leitung von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) einen umfangreichen Auftrag über ein Gutachten an die Firma HIC vergeben. Die Firma wird vom langjährigen Parteifreund und Weggefährten Kerstans, dem grünen Ex-Umweltstaatsrat Christian Maaß geführt.

Die Hamburg Institut Consulting (HIC) wurde beauftragt, "Handlungsoptionen zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien und industrieller Abwärme in der Fernwärme zu identifizieren und zu bewerten". Und das, obwohl ein von der früheren SPD-Umweltsenatorin Jutta Blankau 2014 in Auftrag gegebenes Gutachten der Firma BET bereits satte 542.640 Euro gekostet hatte. Die Kosten für das neuerliche Gutachten des Kerstan-Günstlings sollen sich auf mindestens 52.900 Euro belaufen.

Bei der Firma HIC sollen - neben Christian Maaß - weitere GRÜNE-Politiker auf der Gehaltsliste stehen. Außerdem soll die Firma über keinerlei nennenswerte Kompetenzen im Bereich der Fernwärme verfügen. Auch für Andre Trepoll, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion ist der Sachverhalt klar: "Die Kerstan-Maaß-Connection erinnert stark an Vetternwirtschaft. Umweltsenator Kerstan vergibt einen lukrativen Auftrag an einen alten Freund und erhofft sich im Gegenzug ein Gefälligkeitsgutachten, das seine untauglichen politischen Zielsetzungen untermauert."

So ist das mit den einstmals so ehrenhaften Vorsätzen der GRÜNEN: Kein Rotationsprinzip mehr, keine Trennung von Amt und Mandat mehr, für ein bisschen Regierungsbeteiligung schaut man auch bei Massenrodungen und Flächenfraß gern einmal weg und auch von Transparenz und Bürgerbeteiligung will man heute als Koalitionspartner in Hamburg nichts mehr wissen. Schon Joschka Fischer wusste kurz nach seinen ersten Bundestagsdiäten u. a. die Vorzüge von bezahlten Mandaten, Maßanzügen und hochwertigen Schuhen zu schätzen.


Kai Debus
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