HafenCity: Das Mahnmal Hannoverscher Bahnhof

Wann? 10.05.2017 bis 16.05.2017

Wo? Lohsepark, Am Lohsepark, 20457 Hamburg DE
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Das Portal des Hannoverschen Bahnhofs um 1941 Bild: Deutsches Zollmuseumm
 
Mehr als 8.000 Juden, Sinti und Roma wurden vom Hannoverschen Bahnhof in die Vernichtungslager deportiert Foto: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Hamburg: Lohsepark |

Das Veranstaltungsprogramm zur feierlichen Eröffnung und Hintergründe im Überblick

Von Stefanie Hörmann
HafenCity
Zwischen 1940 und 1945 fuhren 20 Deportationszüge vom Hannoverschen Bahnhof in Ghettos und Vernichtungslager, für die meisten Menschen in den Zügen, mehr als 8.000 Juden, Sinti und Roma, endete diese Fahrt mit dem Tod. Das Denkmal im Lohsepark, das ab Mittwoch, 10. Mai, mit einem siebentägigen Eröffnungsprogramm eingeweiht wird, markiert 72 Jahre nach der Abfahrt des letzten Deportationszugs vom damaligen Hannoverschen Bahnhof diesen tiefen Einschnitt in die Stadtgeschichte. Der Gedenkort besteht aus drei Elementen: Die Fuge quer durch den Park bis zum historischen Bahnsteig 2 zeichnet den damaligen Gleisverlauf nach, der zentrale Gedenkort erinnert mit Namenstafeln an die deportierten Juden, Sinti und Roma und das geplante Dokumentationszentrum klärt auf mit einer Dauerausstellung zum Schicksal der deportierten norddeutschen und Hamburger Bürger (das Wochenblatt berichtete).

Unauffällige Deportation

Vermutlich hatten die Nationalsozialisten den abgelegenen Hannoverschen Bahnhof für die Deportationszüge ausgewählt, weil die Vorbereitungen nicht den normalen Bahnhofsbetrieb stören sollten und Wagons aus anderen Städten problemlos angekoppelt werden konnten. Die Deportation verlief unauffällig, der Fruchtschuppen C, einige hundert Meter vom Bahnhof entfernt, diente als Sammellager für Roma und Sinti, die Juden wurden von Sammelplätzen mitten in der Stadt zum Bahnhof transportiert. Bei der Konzeption des Denkmals arbeiteten Kulturbehörde und HafenCity Hamburg GmbH eng mit den Opferverbänden zusammen. Kultursenator Carsten Brosda verweist darauf, dass das Denkmal der erste Erinnerungsort in Deutschland ist, der sowohl jüdischen wie auch den Opfern der Roma und Sinti gewidmet ist.

Das Programm im Überblick

Es beginnt am Mittwoch, 10. Mai, um 10.30 Uhr mit der Einweihung des Gedenkortes durch Bürgermeister Olaf Scholz, Zeitzeugen und Vertretern der Opferverbände. Eine öffentliche Diskussionsveranstaltung im Veranstaltungszelt am Lohseplatz würdigt das Denkmal als „Meilenstein in der Hamburger Erinnerungskultur“. Eine Führung mit den historischen Details gibt es um 17 Uhr, Start ist das Veranstaltungszelt am Lohseplatz. Um 19 Uhr beginnt ein Podiumsgespräch mit Dr. Lucille Eichengreen, die 1941 vom Hannoverschen Bahnhof ins Ghetto Litzmannstadt/Lodz deportiert wurde. Das Gespräch findet im KörberForum statt, wer teilnehmen möchte sollte sich auf der Webseite der Körber-Stiftung anmelden. Ein Zeitzeugengespräch mit Else Baker, geborene Schmidt, findet am Donnerstag, 11. Mai, um 9.30 Uhr im Veranstaltungszelt am Lohseplatz statt. Vom Hannoverschen Bahnhof wurde sie als 8-jähriges Mädchen ins „Zigeunerlager“ nach Auschwitz deportiert. Um 11.30 Uhr beginnt eine Lesung von Zeitzeugenberichten. Der Hamburger Lichtkünstler und Theatermacher Michael Batz, bekannt durch seine Inszenierung des „Hamburger Jedermann“ in der Speicherstadt, steht hinter dem kulturellen Eröffnungsprogramm. Am Freitag, 12. Mai, gibt es im Veranstaltungszelt um 19 Uhr ein „Konzert am Rande des Erinnerns“. Das Dokumentarstück „Der Hannoversche Bahnhof“ von Michael Batz wird am Sonnabend, 13. Mai, um 18 Uhr im Veranstaltungszelt aufgeführt. Den ganzen Nachmittag ab 15 Uhr und Sonntagvormittag ab 11 Uhr gibt es zur vollen Stunde Denkmal-Führungen.

Alle Infos zum Eröffnungsprogramm vom 10. bis 16. Mai: Hannoverscher Bahnhof

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