Rathaus-Pavillons baufällig

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„Schwachstellen“ erkannt: Die Glasdächer der Rathaus markt-Pavillons müssen saniert werden Foto: Hanke
  Hamburg: Rathausmarkt |

Neugestaltung oder Abriss? Diskussion neu entfacht

hamburg Die Diskussion um die Zukunft der Pavillons auf dem Rathausmarkt ist neu entfacht. Das gewölbte Glasdach der Anfang der 1980er Jahre erbauten Pavillons, in denen Souvenirs verkauft und Gastronomie angeboten werden, befindet sich in „einem sanierungsbedürftigen Zustand“, so der Vermieter, die städtische Sprinkenhof AG.

Noch ist nicht ermittelt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Nur „einige Schwachstellen“ wurden „nach erster Einschätzung“ erkannt. Schäden sind bislang nicht bekannt. Daher ist auch der Kostenumfang noch nicht zu beziffern. Dennoch sind „Sicherungsmaßnahmen“ geplant, nur vorsorglich „um etwaige Schäden zu vermeiden“, so die Sprinkenhof AG.
Politiker fordern
Konzept
Schadhaftes kann der Laie auch nicht erkennen, der unter den Dächern sitzt. Aber die Diskussion um Neugestaltung oder gar Abriss der typischen 1980er-Jahre-Pavillons, 2014 bereits geführt, als die Tourismuszentrale hier gern eine Dependance eingerichtet hätte, ist wieder neu entfacht. Wie damals sind viele Politiker mit der baulichen Situation an diesem zentralen Ort unzufrieden und einige wünschen sich unverändert eine Tourismuszentrale auf dem Rathausmarkt. „Das ist eine tolle Stelle für die Tourismuszentrale“, schwärmt zum Beispiel Michael Osterburg, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Die Grünen möchten die Fläche, auf der die Pavillons stehen, inklusive der Straße neu gestalten, die Straßenflächen an der Ostseite des Rathausmarktes ganz aufheben, um den Fuß- und Radverkehr zu stärken. Jens P. Meyer, Experte für Stadtentwicklung der FDP-Bürgerschaftsfraktion, empfindet die Situation im Bereich der Pavillons auf dem Rathausmarkt ebenfalls als „unbefriedigend“, insbesondere die Nutzung der Pavillons sei „nicht besonders attraktiv“. Die FDP fordert den Senat daher auf, „ein Konzept für die zukünftigen Möglichkeiten an diesem prominenten Ort zu erstellen.“

„Das ist eine tolle Stelle für die Tourismuszentrale“
Michael Osterburg


Meyer plädiert für eine ergebnisoffene Diskussion und kann sich auch einen Abriss der Pavillons vorstellen. Die Linke wünscht sich „einen öffentlichen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität und ohne Verzehrzwang.“ Bevor womöglich teuer saniert wird, müssen erst einmal Ideen für die Pavillons auf den Tisch, findet die für Stadtentwicklung zuständige Bürgerschaftsabgeordnete der Linken, Heike Sudmann, die auch eine öffentliche Diskussion um die Gestaltung des Rathausmarktes fordert: „Der Rathausmarkt als der zentrale Platz in Hamburg darf nicht in einem stillen Kämmerlein neu geplant werden.“ Die SPD plädiert für eine „zeitgemäße Weiterentwicklung“ „von Hamburgs schönstem Platz“, wie ihr Bürgerschaftsabgeordneter Dirk Kienscherf kürzlich in einer Hamburger Tageszeitung zitiert wurde. Kristina Sassenscheidt, die Vorsitzende des Denkmalvereins Hamburg, warnt aber auch vor einem Abriss der Pavillons. Die Stadt als Eigentümerin habe die Verpflichtung, auch den Denkmalwert von Bauten zum Beispiel der 1980er-Jahre zu berücksichtigen und zitiert aus § 1 Denkmalschutzgesetz: die Stadt will „durch vorbildliche Unterhaltungsmaßnahmen an Denkmälern für den Wert des kulturellen Erbes in der Öffentlichkeit eintreten“.
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