Wie steht es um Hamburgs Luft?

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Paul Schmid von der BUND-Geschäftsstelle in St. Georg setzt sich für bessere Luft in der Stadt ein. Fotos: kg

Neue Messstation bestätigt Grenzwertüberschreitung

Von Karen Grell
City. Viele Menschen, die in der Stadt wohnen, und das sind mindestens 220.000, fragen sich immer wieder, wie es eigentlich um die Luftverhältnisse an ihrem Wohnort steht.

Volkspetition
Der BUND Hamburg hat nun herausgefunden, dass an den Messstationen in der Stadt die Grenzwerte nicht selten überschritten werden. „Der Senat allerdings sitzt die Gesundheitsgefährdung vieler Hamburger aus“, beschwert sich der BUND, der jetzt verstärkt Unterschriftensammlungen für eine Volkspetition sammeln will.
Die neue, seit März betriebene Messstation an der Willy-Brandt-Straße, habe die erhebliche Belastung der Innenstadt mit Stickoxiden bestätigt, so der Sprecher des BUND. Die jetzt verfügbare Auswertung der ersten drei Monate ergab eine Überschreitung des Grenzwerts um 60 Prozent In ähnlicher Größenordnung wurden Belastungen an der Kieler Straße, der Max-Brauer-Allee, der Habichtstraße und der Stresemannstraße gemessen.

Radwegenetz ausbauen
Als notwendige Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität rät Paul Schmid aus der Geschäftsstelle in der Langen Reihe, das Radwegenetz zu verbessern und die öffentlichen Verkehrswege auszubauen. Die Möglichkeit, jetzt Fahrräder überall in der Stadt zu mieten schätzt Schmid als sehr wertvoll ein, allerdings brauche der Radfahrer dann auch die entsprechenden Wege, um in der Stadt voranzukommen.

City-Maut
Eine zusätzliche Konsequenz für zu viele Autos in der Stadt sei eine City-Maut, wie es sie bereits in anderen Städten gäbe. Als besonders problematisch stuft der Naturschutzbund das aktuelle Eingeständnis des Senates ein, trotz Fortschreibung des Luftreinhalteplans auch bis 2015 an der Einhaltung der Grenzwerte zu scheitern. Die Grenzwerte gelten seit dem ersten Januar 2010 und dienen vor allem der Gesundheitsvorsorge in Ballungsräumen.
Der BUND verstärkt nun nach der Sommerpause die Unterschriftensammlung für die Volkspetition „Hamburg atmet auf“ und bittet die Hamburger um Unterstützung.
„10.000 Unterschriften sind notwendig, damit sich die Bürgerschaft mit dem Problem befassen muss und offenbar braucht es den Druck der Hamburger, damit etwas für die Luftreinhaltung getan wird“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des Bundes.
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