Bourn - out ... wenn der Feierabend nicht mehr aussreicht

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  Berlin: Berlin |

Ständig erschöpft: Warnsignale bei Burn-out erkennen

Wer ständig erschöpft ist und sich auch nach dem Wochenende oder gar nach dem Urlaub nicht erholt fühlt, hat Anzeichen für ein Burn-out.
Weitere Warnsignale sind Anspannung, verringerte Leistungsfähigkeit, Magenbeschwerden, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Darauf weist Iris Hauth hin, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Auch sich nur noch auf die Arbeit zu fokussieren und etwa Familie, Freunde und sich selbst vernachlässigen, kann auf ein Burn-out hindeuten. Wenn diese Symptome länger als zwei Wochen bestehen, können Betroffene davon ausgehen, dass es sich nicht nur um eine "schlechte Phase" handelt.

Was ist Burn- out


Burnout ist keine Krankheit mit eindeutigen diagnostischen Kriterien, sondern eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung und wird meist durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann.

Einen Burnout zu erkennen ist für viele Erkrankte nicht einfach, weil in fast allen Fällen die Entwicklung schleichend ist. Erste Burnout-Anzeichen werden von Betroffenen lange Zeit nicht wahrgenommen und vernachlässigt. Das Ignorieren und Herunterspielen entsprechender Erschöpfungssymptome gehört schon fast zum Krankheitsbild. Angst vor therapeutischer oder medikamentöser Behandlung, die auch Folgen für das berufliche oder soziale Umfeld haben kann (u.a. Stigmatisierung), lassen viele Betroffene die Anzeichen eines Burnouts nicht rechtzeitig ernst nehmen.

Die konkreten Auslöser für einen Burnout können von Fall zu Fall variieren. Die Wissenschaft ist sich jedoch einig, dass das Burnout-Syndrom eine Folge von chronischem Stress ist.

Fast jeder Burnout ist durch folgende Warnsignale in der Anfangsphase zu erkennen:

1. Reduziertes Interesse
2. Schuldzuweisungen als emotionale Reaktion
3. Abbau des Engagements
4. Desorganisation
5. Unsicherheit
6. Verflachung
7. Verzweiflung

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Burn-out selbst ist keine eigene psychische Erkrankung. Gefährdet sind Menschen, die einen sehr hohen Anspruch an sich selbst haben und sich stark über ihren Job und den beruflichen Erfolg definieren. Auch wenn man für seine Arbeit nicht genug Anerkennung bekommt, kann dies das Phänomen begünstigen. "Burn-out wurde erstmals in helfenden Berufen entdeckt, aber es zieht sich durch alle Berufsgruppen", sagt Hauth. Wird etwa ständige Erreichbarkeit erwartet oder ist der Arbeitnehmer zunehmendem Zeit- und Arbeitsdruck ausgesetzt, kann das ein Burn-out hervorrufen.

Die 12 Stufen bis zum Burnout


Wer Warnsignale bei sich feststellt, sollte so früh wie möglich gegensteuern, rät Hauth. Ein erster Schritt ist ein Gespräch mit dem Arzt. Das kann der Hausarzt, ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Psychotherapeut oder Psychologe, aber auch der Betriebsarzt sein. Letzterer kann auch helfen, den Arbeitsplatz optimaler zu gestalten. An der eigenen Haltung sollte man aber ebenfalls arbeiten: "Man kann sich einen Stundenplan aufstellen, in dem man ganz bewusst am Abend und am Wochenende echte Pausen einplant." Das kann Zeit auf dem Sofa sein, Unternehmungen mit der Familie, mit Freunden oder auch Sport. Ob der Stundenplan eingehalten wird, kontrolliert am besten die Familie oder Freunde.
Wenn das nicht hilft, kommt unter Umständen eine längerfristige psychotherapeutische Begleitung infrage. Darin wird dann an der eigenen Haltung, den hohen Ansprüchen und dem Selbstwertgefühl gearbeitet, erklärt Hauth. In schlimmen Fällen, wenn Betroffene stark erschöpft sind oder schon eine Depression oder eine Angststörung entwickelt haben, kann auch die Behandlung etwa in einer Tagesklinik infrage kommen. "Man soll sich dann quasi eine Teflonschicht zulegen und lernen, mal Fünfe gerade sein zu lassen."
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Deutsche sind länger krank


Die Fehlzeiten sind seit 2006 um fünf Tage gestiegen.
Ein Teil der Risiken für Burn-out, Depressionen und erhöhte Stressanfälligkeit liegt in den Genen - ein weiterer Teil aber auch darin, was die Umwelt aus diesen Genen macht.
Das zeigen erste Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu genetischen, epigenetischen und psychologischen Komponenten der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen diese Erkrankungen. "Die gute Nachricht ist: Wir wissen, dass uns unsere Gene nicht mehr fatalistisch beeinflussen", sagte der Psychologe und Mediziner Prof. Martin Reuter (Universität Bonn) in Berlin. Er leitet das Projekt Burn-out vs. Depression der Daimler und Benz Stiftung, in dem die Forscher ein ganzheitliches Modell der Stress-Resilienz erarbeiten wollen. Er soll psychologische wie genetische Variablen umfassen und könnte als Basis für individualisierte Therapien dienen.

In der nächsten Ausgabe: Von Burn - out zur Depression ... ein kurzer Weg mit Folgen
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 25.10.2015 | 08:42  
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