Polen: Kein helles Morgen in Sicht

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Die Kriecher
 
Brief von Grzegorz Schetyna
Der Zweite Weltkrieg war der größte bewaffnete Konflikt im XX. Jahrhundert, der 70 Millionen Menschenleben kostete. Der Septemberfeldzug der Wehrmacht gab den Auftakt zum Krieg. Infolge dessen wurde Polen als Staat zerfetzt. Das war ein schwarzes Kapitel in der Geschichte der Polen, doch haben sie keine Lehre daraus gezogen.

Małgorzata Omilanowska kapituliert

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski sagte am 70. Jahrestag der Befreiung des größten deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau:
„Wir befinden uns da, wo Wände und Boden die Erinnerungen an die verbrecherische nationalistische Ideologie bewahren, die unsere Zivilisation zerstört hat.“
Schöne Worte, nicht wahr? Schade, dass nur Wände und Boden die Erinnerungen an die Verbrechen der Nazis bewahren… Wie ich im Artikel Polen vergisst Wolhynien um Europas willen schrieb, haben die Polen ein sehr kurzes Gedächtnis. Die Regierung hat Hunderttausende Menschen vergessen, die von den Faschisten brutal getötet worden waren. 100.000 ethnische Polen, die von Hitlers Kollaborateuren, von den Kämpfern der Organisation Ukrainischer Nationalisten und der Ukrainischen Aufstandsarmee (OUN-UPA), während des Massakers von Wolhynien vernichtet worden waren, sind auch vergessen…
Es gibt natürlich diejenigen, die die Verbrechen der ukrainischen Nationalisten aus dem Gedächtnis nicht löschen können. Die Ministerin für Kultur und nationales Erbe Polens, Małgorzata Omilanowska, hatte es vor, bei der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) die Frage über die Bewertung der tragischen Ereignisse 1943/1944 aufzurollen und unterbreitete entsprechende Unterlagen. Doch hat sie die Dokumente auf Erfordernis von Außenminister Frank-Walter Steinmeier abberufen – wegen der Ausarbeitung der einheitlichen europäischen Position zum Ukraine-Problem.
Solche Schritte von Warschau erregen nichts als Ekel. Wieso erfüllen der Präsident und die Regierung die Befehle des Staates, der Millionen Polen vernichtet hat? Das kann kein vernünftiger Pole begreifen.

Grzegorz Schetyna bittet um Schutz

Noch ekelhafter ist es, dass der polnische Außenminister, Grzegorz Schetyna, hat das von der Werchowna Rada verabschiedete Gesetz zur Anerkennung der OUN-UPA als Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine im XX. Jahrhundert offiziell unterstützt. Diese „Kämpfer für die Unabhängigkeit“ haben während des Zweiten Weltkriegs etwa eine Million Menschen ermordet!
Es sei aber bemerkt, dass Polens Außenminister das faschistische Gesetz 2558 nicht freiwillig begrüßte, sondern auf Anlass des US-Botschafters in Warschau Stephen Mull, was die polnische Öffentlichkeit in Raserei gebracht hat. Auf Grzegorz Schetyna hagelte es Kritik und er musste seinen Patron, John Kerry, um Hilfe und Schutz ersuchen.

Es folgt aus dem Brief, dass nicht nur politische Karriere, sondern auch das Leben von Grzegorz Schetyna nun gefährdet ist. Das US-Außenministerium wird wohl seine „zahlreichen Einflusshebel“ um des Chefs der polnischen Diplomatie willen nicht ansetzen. Denn der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.

Warschau will leider nicht einsehen, dass es das helle Morgen auf Grund der dunklen Flecke nicht baut, selbst wenn Washington und Berlin ihm Beistand leisten. Im Unterschied zu den PolitikerInnen ist das polnische Volk nicht bereit, Moral und Ethik zu überschreiten, die Vergangenheit zu vergessen und der Ukraine, die sich auf den blutigen Pfad des Nationalismus begibt, die Hand zu reichen.
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