Barmbeker singt über große Gefühle

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Als „Freund von Anton“ singt der 19-Jährige Texte, die ihm „aus dem Herzen sprechen“ Foto: Busse
 
Die Bühne ist sein Ding: Musik und Theater sind die beiden großen Leidenschaften von Finn Vincent Moriz Foto: Andreas Schlieter

Finn Vincent Moriz alias „Freund von Anton“ versteht sich als Songpoet

Von Christina Busse
Barmbek „Ehrliche Texte“, sagt Finn Vincent Moriz, „sind für mich am wichtigsten. Sie machen gute Musik aus“. Bekannt geworden ist der 19-jährige Barmbeker Singer/Songwriter unter dem Namen „Freund von Anton“. Nachdem er seit 2006 im Duo aufgetreten war, ist er seit drei Jahren mit Eigenkompositionen für Gesang und Klavier solo unterwegs. „Da brauche ich keine Kompromisse einzugehen, meine Musik lebt von großer Intimität – die Songtexte helfen, Erfahrungen zu verarbeiten. In Songs verpackt, kann man sich ganz anders ausdrücken“, meint Finn, während er sich durch die schulterlangen blonden Haare streicht. Seine Themen sind Liebe und Angst – „Gefühle, die einen ein Leben lang begleiten und zentralen Einfluss haben“. Mit seinen sehr persönlichen Liedern spricht er ein großes Publikum an. Er war bereits auf dem Hamburger Filmfest zu sehen, ebenso wie beispielsweise in der Pony Bar, im Hamburg Museum, im Deutschen Schauspielhaus und auf Konzerten in der Zinnschmelze, die er wegen der Nähe zum Elternhaus als Heimspiel feiert. Was ihn auf die musikalische Spur gebracht hat? „In der dritten Klasse haben wir eine Band gegründet, einfach weil’s cool war“, sagt Finn schmunzelnd. „Wir hatten immerhin schon den Namen, dann ein Logo und die Weltkarriere vor Augen.“ Ein Jahr später der erste Auftritt in der Schule am Tieloh: „Da war die Aufregung natürlich groß“, erinnert sich Finn, der im vergangenen Jahr am Margaretha-Rothe-Gymnasium sein Abi in den Fächern Geschichte, Deutsch und Religion gemacht hat.

Musik als Ausgleich


„Die Musik war schon immer das Wichtigste für mich. Sie erfüllt mich und gibt mir den Ausgleich. Ich spiele auch einfach gern vor mich hin“, erklärt Finn, der dazu unter anderem die Proberäume im Barmbeker Jugendmusikzentrum Trockendock in der Elsastraße nutzt. „Ein super Laden, der junge Leute fördert“, regt Finn dazu an, die vielfältigen Konzerte dort zu besuchen. Seine zweite Leidenschaft neben der Musik ist das Theater. Dort war er lange Zeit in Jugendclubs aktiv und hat beispielsweise für Projekte am Schauspielhaus, Monsun Theater und Ernst Deutsch Theater Musik geschrieben. In Letzterem absolviert er zurzeit ein Freiwilliges Kulturelles Jahr, das ihm zum Glück genug Freiraum gelassen hat, um in diesem Frühjahr seine erste CD aufzunehmen. „Eine sehr intensive und schöne Zeit“, sagt Finn über das Arbeiten mit Produzent Dinesh Ketelsen. Das Album soll Anfang 2017 erscheinen, mit einer Auswahl aus seinen bisherigen Stücken, alle mit deutschsprachigen Texten. „So weiß ich, dass ich das Publikum direkt erreiche“, sagt Finn. Ob ab Herbst für ihn ein Musikstudium auf dem Programm stehen könnte? „Eher nicht“, meint er nachdenklich, denn er will sich musikalisch nicht einengen lassen; er sitzt – zwar mit den Wurzeln im traditionellen Songwriting - lieber zwischen den Stühlen.

Auftritte im September


Er möchte sich als Songpoet verstanden wissen. Und als jemanden, der sich nach wie vor nicht als klassischen Pianisten sieht, sondern der „mit dem Klavier alles anstellt, was geht“. Das nächste Mal live erleben kann man Freund von Anton am Sonntag, 4. September, bei „Sängerknaben und Sirenen“ im Gängeviertel und ebenfalls im September an jedem Freitag im Monsun Theater, Friedensallee 20, in der Veranstaltungsreihe „Apéro“.
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