Bayern-Sound aus Barmbek

Anzeige
Drei Bayern am Museum der Arbeit: David Delvalle, Thilo Tiefel und Andi Müller (v.l.) Foto: cb

Aus einem Gag hat sich eine richtige Band entwickelt. Die Nachtschwärmer treten am 14. Juni in der Zinnschmelze auf

Barmbek Wenn „Die Nachtschwärmer“ in zünftigen Lederhosen, bunt tätowiert, Gitarre und Akkordeon geschultert, durch Barmbek ziehen, werden sie sofort angesprochen: Thilo, Andi und David, drei gestandene Musiker aus Bayern, die in Barmbek eine zweite Heimat gefunden haben. „Hier eine kleine Wohnung, das ist ein Traum von mir“, nickt Bandleader Thilo Tiefel. Wie es das Trio in den hohen Norden verschlagen hat? Schon 2002 lernte Tiefel den Barmbeker Musik- und Hörbuchproduzenten Dieter Faber kennen, selbst gebürtiger Bayer. Sie freundeten sich an und machten ein erstes Lied zusammen – „mehr aus Gag“, sagt Faber, der mit Rolf Zuckowski, Harry Rowohlt und anderen bekannten Namen zusammenarbeitet. Inzwischen ist daraus ein Projekt mit regem Nord-Süd-Austausch geworden und was vor vielen Jahren als Volksmusikkapelle begann, hat sich zum Kult entwickelt. Im Süden haben die Nachtschwärmer schon längst eine große Fangemeinde, im Norden haben sie erstmals 2013 auf einem Festival gespielt und „es hat Klick gemacht“, freut sich Tiefel darüber, dass der Funke auch hier übergesprungen ist. In Fabers Tonstudio entsteht jetzt die neue CD der Nachtschwärmer.
Ihr Titel „Geh‘mers an“ ist Programm: Mit Akkordeon, Gitarren, Tuba, Steirischer Harmonika, Schlagzeug und Gesang - und einem Sound, der sich nicht in eine Schublade stecken lässt. „Ein Mix, der einzigartig ist“, ist Bandgründer Thilo Tiefel (46) überzeugt. „Wir machen ehrliche, bodenständige Musik, die rockt!“
Da geht dann auch schon mal der Neue Deutsche Welle-Hit „Die Sennerin vom Bodensee“ eine überraschende Verbindung mit Jimi Hendrix‘ „Purple Haze“ ein. Wenn sie nicht gerade gemeinsam im Studio in der Nähe der Hellbrookstraße tüfteln, geht es zur Pause am liebsten an die Fuhle – dort fühlen sich die drei Bayern immer willkommen. Im vietnamesischen Imbiss sind sie Stammgäste. Anschließend geht es auf einen Kaffee in den Bioladen. „Die Leute hier sind total offen und freundlich“, finden Gitarrist David Delvalle (28), der ursprünglich aus Panama stammt, und Schlagzeuger Andi Müller (34).
Vielleicht gibt es auch mehr Verbindendes zwischen Bayern und Barmbekern, als man im ersten Moment vermuten würde. Die bayerische Sturheit der Herzblut-Musiker, von der Faber schmunzelnd berichtet, spiegelt sich vielleicht teilweise im sprichwörtlichen „Barmbek basch“ wider – auch hier pflegt man einen eigenwilligen Charakter, der sich nichts vorschreiben lässt.
Im Juni erscheint nun das neue Album der Nachtschwärmer und noch bevor sie auf große Tour gehen, wollen sie in ihrer Zweitheimat Barmbek am
14. Juni ab 19 Uhr in der Zinnschmelze beweisen: „Live muss es richtig krachen!“ (cb)

Weitere Infos zur Band
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige