„Burg“-Intendantin stellt neuen Spielplan vor

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Szenen aus „Jo im roten Kleid“ Foto: Arno Declair/Triebwerk
 
Zwei mit viel Mut und Fantasie: „Burg“-Intendantin Jennifer Rettenberger (links) und Tanzfee Katharina Kickinger Foto: Alexander Dedic

Jennifer Rettenberger freut sich auf die neue Saison

Von Ruth Heume
Barmbek
Ab September darf wieder getanzt, gesungen, gelacht, aber auch nachgedacht werden in der „Burg“. Nach einer unfreiwilligen, etwas längeren Sommerpause ist das Theater am Biedermannplatz wieder da – mit einem durchaus anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm. Im April sei sie zunächst in ein tiefes Loch gefallen, gesteht Theaterintendantin Jennifer Rettenberger. Erst im März hatte sich ein vielversprechender Investor präsentiert, der die Bugenhagenkirche erwerben und für den Fortbestand des Theaters – zumindest für die nächsten fünf Jahre – sorgen wollte. Im April gab es dann wiederum nur eine Vertragsverlängerung für ein weiteres Jahr. Warum die Verhandlungen zwischen dem Kirchenkreis und dem Investor bislang keine Fortschritte machten, ist nicht bekannt. Aber die erfahrene Theaterfrau gab nicht auf und packte den Stier bei den Hörnern. Sie aktivierte ihr Netzwerk, kontaktierte Künstler und Veranstalter. Wie Phönix aus der Asche präsentiert sich nun die „Burg“ mit attraktiven Veranstaltungen für das erste Halbjahr der Spielzeit 2016/17. „Eine Empfehlung an potenzielle Investoren“, so Rettenberger. Bis Ende Dezember stehen mehr als 50 Veranstaltungen auf dem Programm. „Wir wollten uns etwas breiter aufstellen“, erläutert die Intendantin. Das Repertoire umfasst Kinder- und Jugendtheater, Eigen- und Fremdproduktionen, Impro-Theater, Performance und Tanzaufführungen. Aber auch Zeichenkurse werden angeboten. Besonders freue sie sich über die Kooperation mit dem Theater Triebwerk, das unter anderem „Moby Dick“ aufführen wird. Die Gruppe, gegründet 1995, hat sich auf eine Kombination aus Erzähltheater und Musik spezialisiert. Diese Form der Darstellung spricht ältere Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene an und appelliert an die Fantasie der Zuschauer. „Bilder sollen im Kopf entstehen und nicht auf der Bühne“, so Rettenberger. In dem Stück „Jo im roten Kleid“ für Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und Erwachsene geht es um Identitätsbildung, Geschlechterrollen und Ängste.

„Theater bedeutet, die Fantasie anzuregen“


Weitere bekannte Namen auf dem Spielplan sind die Theatergruppe „Spunck“ und der Comedian Jan-Christof Scheibe, der sich in seinem Programm „Ogoddogott“ auf eine humoristische Suche nach Gott begibt. Ende Oktober ist der Operettenchor Hamburg zu Gast in der „Burg“ und lädt zum offenen Singen ein. Getanzt werden darf einmal im Monat bei „Tanz(t)akt“ mit DJane D_nise L. Ein besonderer Höhepunkt der Spielzeit wird im Dezember ein offenes Singen mit „Music rocks“ sein, dem Chorprojekt unter der Leitung von Doris Vetter. Und kurz vor Weihnachten präsentiert das Aelita-Musiktheater mit „Brumselmanns Abenteuer“ ein „musikalisches Insektenmärchen“. Die Intendantin ist stolz. Mit Mut und Fantasie ist es ihr gelungen, diesen Spielplan zu füllen. Theater sei nachhaltig, betont Jennifer Rettenberger noch einmal. Der Zuschauer nehme etwas mit nach Hause. Theater bedeute, Erinnerungen zu schaffen und die Fantasie anzuregen. Sie schmunzelt: „Und das gerade im Pokémon-Zeitalter.“

Weitere Infos: Theater die Burg
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