Erfolgreiche Premiere des Jugendstücks "Daniel halber Mensch" im Theaterdeck Hamburg

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Janne Thomsen (links) und Cornelius Flemming spielen die zwei Freunde Daniel und Armin (Foto: Thiele)
Hamburg: Zinnschmelze |

Daniel und Armin sind beste Freunde. Sie sind Blutsbrüder. Beide sind fasziniert vom Nationalsozialismus und können es kaum erwarten, endlich der Hitlerjugend beizutreten. Doch dann kommt alles anders: Daniels Eltern offenbaren ihm, dass er Halbjude ist. Während sich die Situation im Deutschland der 1930er Jahre immer weiter zuspitzt, werden sein Leben und sein Weltbild auf den Kopf gestellt. Doch Armin ist noch immer ein Teil der Bewegung, die Daniel verachtet. Kann ihre Freundschaft das überstehen?

Mit der Premiere von „Daniel halber Mensch“ nach dem gleichnamigen Roman von David Chotjewitz erzielte das Theaterdeck in Barmbek vorigen Freitag einen Publikumserfolg. „Das ging unter die Haut“, sagte ein älterer Herr aus dem sichtlich bewegten Publikum während der anschließenden Diskussionsrunde und forderte unter Zustimmung der rund 80 Zuschauer: „Das sollte öfter aufgeführt werden.“

Tatsächlich gelingt Regisseur Niklas Heinecke mit seinem Stück eine Geschichtsstunde ohne retrospektive Besserwisserei und veranschaulicht eindringlich, wie leicht der Mensch in einen ideologischen Strudel gezogen werden kann. „Was mich an dem Roman fasziniert, ist, dass wir verstehen können, wie die Leute sich dafür faszinieren. Wir sehen die Entwicklung. Es geht um Verständnis, wie leicht die Jugendlichen da reingezogen werden“, sagte Heinecke, der trotz der historischen Distanz ein Stück von Aktualität zeigen wollte.

Doch das Stück war nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Schauspieler eine spezielle Erfahrung. „Am Anfang war es schon komisch, so laut Nazi-Parolen schreien und den Hitlergruß machen zu müssen“, berichtete Armin-Darsteller Cornelius Flemming im Anschluss über die Proben zu den besonders intensiven Szenen. „So hart das klingt: ich glaube, es liegt eine grausige Faszination darin, so laut auf der Bühne zu schreien. Wenn es dann „klick“ macht und man sich vergegenwärtigt, worum es da eigentlich geht, versteht man, wie diese Faszination die Jugendlichen früher mitgerissen haben muss“, vermittelte Regisseur Niklas Heinecke dem Publikum, in dem vom Schüler bis zum Rentner alle Altersgruppen vertreten waren.

Das Stück geht nun bereits nach drei Aufführungen in die Sommerpause. Danach wird es wieder regelmäßig zu Aufführungen kommen. Infos unter: www.theaterdeck.de
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