„Fluchtpunkt Hamburg“

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Autor Peter Schütt begründete die Schreibwerkstatt Foto: Archiv/wb

Schreibwerkstatt am Wesselyring arbeitet an neuem Projekt

City Nord Nach der Winterpause tagen sie wieder, die Autoren der Schreibwerkstatt am Wesselyring. Ihr neues Projekt „Fluchtpunkt Hamburg“ soll Schicksale von Menschen auf der Flucht in den Fokus nehmen. „Dazu sammeln wir Geschichten, Berichte oder Gedichte. Es können Texte von heute sein, aber auch aus der Vergangenheit. Alle sollten jedoch einen konkreten Hamburg-Bezug aufweisen“, erklärt Schriftsteller Peter Schütt. Der „primus inter pares“ der Schreibwerkstatt leitet auch das neue Buchprojekt an. Verleger Rolf von Bockel habe seine Unterstützung zugesagt. „Wir bemühen uns auch, Flüchtlinge in unsere Arbeit mit einzubeziehen“, so Schütt weiter. Einige Mitstreiter hat er schon gewonnen: So etwa die deutsch-bosnische Autorin Emina Kamber, die vor 36 Jahren allein nach Altona kam und später das erste bosnische Restaurant in Hamburg eröffnete. Oder Rashida Eikmeier, sie kam 1967 aus Pakistan nach Hamburg und wurde hier Krankenschwester. Dr. Firouz Vladi erzählt von seinem persischen Großvater, der 1929 in Hamburg einen florierenden Teppich- und Baumwollhandel eröffnete. Maria Helle berichtet von ihrem studentischen Untermieter aus Ghana, der ein erfolgreicher Arzt wurde. Auch der Künstler Abdul Hamid Abdela aus dem syrischen Kurdistan beteiligt sich mit einer bemerkenswerten Geschichte. Inga Sawade macht ihren Einsatz als Flüchtlingshelferin am Hamburger Hauptbahnhof zum Thema. Während Klaus Pätzold sich an den Winter 1945 erinnert: als sechsjähriges Kind mit dem Treck von Schlesien auf der Flucht bis in ein Dorf nahe Hamburg. Seine Frau Sul kommt aus Indonesien, kam zum Studium nach Hamburg und blieb. Weil sie holländisch sprach, konnte sie sich anfangs gut mit „Plattschnackern“ verständigen.
Das neue Buchprojekt klingt vielversprechend. Schon mehrere Gemeinschaftswerke entstanden in der Schreibwerkstadt: Literatur vom feinsten – made in City Nord. Im vorigen Jahr erschien der Geschichtenband „Stadtpark mon amour“, ebenfalls verlegt im von Bockel-Verlag. (wh)

Weitere interessierte Autoren sind in der Schreibwerkstatt willkommen. Sie tagt immer vierzehntägig montags. Nächstes Treffen: Montag, 21. März, 10 Uhr, Waschhaus, Weselyring 51
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