Hilfe zur Selbsthilfe

Anzeige
Dirk Alberts (69) freut sich auf Mandate in Barmbek. Der Wirtschaftssenior hilft seit acht Jahren Unternehmensgründern in ganz Hamburg.Foto: Lublow

Wirtschaftssenioren wollen ihr Wissen teilen

Barmbek. Wer sich beruflich selbstständig machen möchte, steht vor einer großen Aufgabe und betritt oft Neuland. Eine gute Idee allein reicht nicht. Vor allem die finanzielle Sicherheit fehlt am Anfang. Um einen Existenzgründer-Zuschuss von der Agentur für Arbeit zu bekommen, ist ein ausgeklügeltes Konzept nötig. Die „Wirtschaftssenioren“ helfen seit 28 Jahren Existenzgründern und Unternehmern in Hamburg und den angrenzenden Gebieten. „Wir beraten ausführlich, geben Stellungnahmen zur Existenzgründung, die wichtig für den Zuschuss sind, wir coachen und begleiten das Unternehmen, solange es gewünscht ist“, erklärt Dirk Alberts. Der 69-Jährige ist seit acht Jahren Mitglied im Verein „Wirtschaftssenioren beraten – Alt hilft Jung e. V.. „Wir möchten unser Wissen weitergeben, das wir uns während unserer beruflichen Laufbahn angeeignet haben“, sagt Alberts. Die Wirtschaftssenioren sind ein Zusammenschluss engagierter im Ruhestand lebender Unternehmer und Führungskräfte aus Industrie, Bankwesen, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und freien Berufen. „Die etwa 25 Hamburger Wirtschaftssenioren haben dank ihrer unterschiedlichen beruflichen Hintergründe ein breit gefächertes Basiswissen und wir bilden uns regelmäßig weiter“, erklärt Alberts. Bis zu 500 Mandate beraten sie im Jahr.
„In Barmbek haben wir bislang leider nur wenige Mandate. Das würden wir gerne ändern“, so der Senior. „Gerade Barmbek ist auch gewerblich ein aufstrebender Stadtteil. Da möchten wir tätig werden.“ Berührungsängste brauche niemand zu haben. „Wir sind neutral und unabhängig“, so Alberts, der unter anderem Jahre lang eine Unternehmensberatung leitete. Der Kontakt kann über die Internetseite www.wirtschafts-senioren-beraten.de aufgenommen werden. „Dort gibt es unsere Beratungsanträge, die können nur im Internet gestellt werden.“ Alle 14 Tage treffen sich die Wirtschaftssenioren und verteilen die Anträge untereinander. Dabei werde darauf geachtet, dass die berufliche Richtung mit dem Wissen der Senioren übereinstimmt. Für die Beratungstätigkeit wird eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro je Stunde erhoben.
„Ich habe vor kurzem zum Beispiel einem bankrottgegangenen Gastronomen wieder auf die Füße geholfen. Wir haben geguckt, wo die Fehler lagen und jetzt läuft sein neues Lokal sehr gut“, erzählt der 69-Jährige. „Unser Ziel ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Wer nicht weiter weiß, muss sich Hilfe holen, das ist wichtig.“
Dirk Alberts macht es viel Spaß, Existenzgründern und Unternehmern zu helfen. „Das hält jung und ich bin immer am Puls der Zeit, weil wir viel mit jungen Leuten zu tun haben.“ (sl)

Eine kostenlose Erstberatung geben die Wirtschaftssenioren alle 14 Tage mittwochs in der Handelskammer Hamburg und in den Bezirksämtern Wandsbek, Altona und Mitte. Ein Beratungsantrag kann nur über das Internet gestellt werden.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige