Improtheater trifft Film Noir

Wann? 18.06.2015

Wo? Kulturhaus 73, Schulterblatt 73, 20357 Hamburg DE
Anzeige
Hamburg: Kulturhaus 73 |

Die Improtheater-Gruppe Schiller Killer wird demnächst Shows im Stil des Film Noir spielen.

Anfang der 1940er Jahre wehte ein neuer Wind in der noch relativ jungen Filmindustrie Hollywoods. War die Rollenverteilung Gut/Böse zuvor noch klar definiert (hier der gute Ermittler, da der böse Gangster), wurde diese deutliche Zuschreibung nun obsolet. Der Detektiv konnte jetzt auch unmoralisch handeln, der Polizist korrupt und der Gangster sympathisch sein. Frauen dienten nicht mehr nur als schmuckes Beiwerk männlicher Helden, sondern konnten als Femmes fatales zu unterschätzten Strippenzieherinnen avancieren. Helden waren ohnehin nicht mehr gefragt, es war eine Zeit der Anti-Helden angebrochen, die oft verbittert und pessimistisch wirkten. Hatten die Filme während der Großen Wirtschaftskrise noch eher die Funktion, dem Publikum gute Laune zu vermitteln, widmeten sich Amerikas Regisseure jetzt einer knallharten Abrechnung mit den Abgründen der Gesellschaft. Kamen die Verbrecher bis dahin aus der Unterwelt, konnten sie jetzt auch der Mittel- und Oberschicht entspringen. Technisch wurden die Filme, die später als Film Noir bezeichnet werden sollten, vom deutschen Expressionismus, mit großen Schatten und anderen visuellen Elementen beeinflusst.

Cineastische Meisterwerke ihrer Zeit


So entstanden cineastische Meisterwerke ihrer Zeit, wie „Die Spur des Falken“, „Frau ohne Gewissen“, „Das verlorene Wochenende“, „Im Netz der Leidenschaften“ oder „Im Zeichen des Bösen“ u.v.a. Berühmte Film-Noir-Regisseure waren Billy Wilder oder Orson Wells. Auch Europa wurde vom Film Noir beeinflusst, etwa im britischen Film „Der dritte Mann“ oder im französischen Krimi „Rififi“. Wenngleich die Blütephase des Film Noir Ende der 1950er Jahre endete, haben sich seitdem immer wieder Regisseure hiervon beeinflussen lassen. Roman Polanskis „Chinatown“ oder die Comic-Verfilmung „Sin City“ sind klar dem Neo-Noir zuzuordnen. Im weiteren Sinne gilt dies auch für „Batman“ oder „Pulp Fiction“. Dabei ist der Film Noir nicht deutlich von anderen Genres zu trennen oder einzugrenzen. Und noch etwas ist der Film Noir nicht zwangsläufig: Allzu logisch aufgebaut und mit einer klar nachvollziehbaren Handlung ausgestattet. Es ist mehr die Atmosphäre, die zählt.

Vom Film Noir zum Impro Noir


Die Improtheater-Gruppe Schiller Killer wird sich künftig abendfüllenden Geschichten im Noir-Format widmen. Knallharte Gangster, nicht weniger knallharte Ermittler, zwielichtige Femmes fatales, unschuldig in Not geratene Fräuleins, gefährliche Psychopathen und das fast perfekte Verbrechen haben sich angekündigt. Das Publikum ist hierbei gefragt, mitzumachen und Einfluss auf die Handlung zu nehmen. Wie immer gelten die Regeln des Improvisationstheaters: Nichts ist vorher einstudiert, jede Show ist eine Premiere. Auftakt ist am Donnerstag, den 21. Mai im Kulturhaus 73 im Schanzenviertel. Weitere Auftritte gibt es am 18. Juni, 20. August, 17. September, 15. Oktober, 19. November und 17. Dezember. Auf dem Laufenden bleibt man über Facebook.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige