Stummfilm und Live-Musik

Wann? 06.04.2017

Wo? Maurienstraße 19, Maurienstraße 19, 22305 Hamburg DE
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Der Saxofonist Hans-Christoph Hartmann Foto: privat
Hamburg: Maurienstraße 19 |

Auftakt zur Reihe „Jazz in Schwarz und Weiß“ in der Barmbeker Zinnschmelze

Von Ruth Heume
Barmbek
Als die Bilder laufen lernten, gab es noch keine Möglichkeit, Bild und Ton synchron aufzunehmen und abzuspielen. Die Schwarzweißfilme wurden damals mit Live-Musik, beispielsweise vom Klavier, begleitet. Die Reihe „Jazz in Schwarz und Weiß“ lässt diese alte Tradition wiederaufleben. Insgesamt acht Vorführungen wird es von April bis November in Hamburg geben, bei denen jeweils ein Stummfilm gezeigt und von zwei oder drei Jazzmusikern vertont wird. Den Auftakt macht die Zinnschmelze.

Auftakt mit „Tartüff“


Der Initiator der Reihe, der Saxofonist Hans-Christoph Hartmann, hat hierzu die Gitarristin Sandra Hempel und den Schlagzeuger Dirk Dhonau eingeladen. Die beiden hochkarätigen Jazzmusiker sind weit über die Grenzen Hamburgs hinaus aus verschiedenen Formationen bekannt. Die drei Musiker führen die Zuschauer und Zuhörer mit ihren Stücken und Improvisationen durch den Film und illustrieren mit vielen akustischen Effekten ein musikalisches Bild. Gezeigt wird ein Klassiker aus dem Jahre 1925: „Tartüff“, ein deutsches Filmdrama des Regisseurs F.W. Murnau. Der Film basiert auf Molières Gesellschaftskomödie „Tartuffe oder Der Betrüger“ aus dem Jahre 1664, spielt aber in den 1920er Jahren mit Emil Jannings in der Hauptrolle. Ein alter Herr wird von seiner Haushälterin aus reiner Nächstenliebe gepflegt – glaubt er zumindest. Denn eigentlich hat es die habgierige Frau einzig auf das Vermögen des kranken Mannes abgesehen. Und teilen will sie das Geld schon gar nicht, deshalb verbreitet sie allerlei Schlechtes über den Neffen des Alten und erreicht damit, dass der junge Mann enterbt wird. Der Neffe aber denkt gar nicht daran, aufzugeben. Er nutzt vielmehr sein schauspielerisches Talent, um das wahre Gesicht der Haushälterin zum Vorschein zu bringen. Selbst bis zur Unkenntlichkeit verkleidet, führt er in seinem Wanderkino einen Film vor, der ein Gleichnis zu der Intrige der gierigen Haushälterin darstellt. Der Film erzählt die Geschichte des gerissenen Tartüff, der einen Freund um sein Geld bringen will und von der Frau des Opfers durch einen Trick entlarvt wird. Als der Neffe nach der Vorstellung seine Maske abnimmt, verrät sich die Haushälterin. Nun erkennt auch der alte Onkel, dass sie es nur auf sein Geld abgesehen hatte, und jagt die hinterhältige Person davon.

„Jazz in Schwarz und Weiß“: Donnerstag, 6. April, 20 Uhr, Zinnschmelze, Maurienstraße 19, VVK: 8 Euro, AK: 10 Euro, 8 Euro ermäßigt. Weitere Infos: Zinnschmelze und Audio Obscura
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