Vom Big Boss und dem Greenhorn

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Victor (Alan Booty) hat Norman (James Groom) im Würgegriff Foto:wb

Komödie „Big Boys“ von Rich Orloff im English Theater of Hamburg am Lerchenfeld

barmbek. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, die „Big Boys“ aus dem gleichnamigen Stück von Rich Orloff, das jetzt im English Theatre of Hamburg Premiere hatte. Hier der Macho-Unternehmer Victor Burlington, ganz autoritärer, mit allen Wassern gewaschener Chef alten Stils, und dort Norman Waterbury, junger Diplom-Kaufmann mit glänzenden Referenzen und guten Vorsätzen. Obwohl Victor von Titeln und Zeugnissen nichts hält, stellt er Norman ein, um aus ihm dasselbe „Arschloch“ zu machen, das er selbst mit wahrer Lust und Wonne verkörpert. Der erste Teil der Komödie lebt von dem Gegensatz dieser beiden. Den für Norman schockierenden Grundsätzen und Taktiken des skrupellosen Big Boss steht der neue Assistent weitgehend fassungslos gegenüber. Doch bald weiß er die Macht des Business zu schätzen, entdeckt bei sich ebenfalls Anlagen zum Arschloch. Victor wähnt sich am Ziel. Aber im zweiten Teil wird es ernst. Norman besinnt sich auf seine Qualitäten, legt seinen Chef aufs Kreuz: er handelt einen fairen Vertrag für dessen Firma aus. Jetzt ist Victor schockiert.
Clifford Deans Inszenierung „Big Boys“ lebt von den Schauspielern der beiden Rollen. Alan Booty ist ein umwerfender Widerling. Mit jeder Faser seines Seins verkörpert er hingebungsvoll den Macho-Boss, der nur seinen Gummibaum liebt. James Groom ist schon äußerlich sein Gegenpart, ganz schmaler, hoffnungsfroher Jüngling. Groom meistert die Entwicklung des jungen Norman vom naiven Assistenten über die Entdeckung der Lust an der Macht bis zum (hoffentlich) fairen Jungunternehmer überzeugend. „Big Boys“ wird bis zum 29. Juni im English Theatre of Hamburg, Lerchenfeld 14, gespielt. (ch)
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