Wer schläft, liebt nicht

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Detlef A. Heinichen spielt die Puppen im Stück „Schlafes Bruder“ Foto: Theatrium/wb

„Schlafes Bruder“ als Puppenspiel für Erwachsene

Barmbek Das Hamburger Puppentheater bietet auch Figurentheater für Erwachsene: Am kommenden Sonnabend gastiert das Theatrium Dresden mit dem Stück „Schlafes Bruder“ – nach dem Bestsellerroman von Robert Schneider. Es ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, dessen ungewöhnliches Musikertalent nicht erkannt wurde. Dessen ungewöhnliches, extremes Menschsein nicht akzeptiert werden konnte. Dessen ungewöhnliche Liebe und dessen ungewöhnlicher Liebeswille nicht Früchte tragen konnten und deshalb in die unglaubliche Konsequenz mündeten: Verweigerung jeglichen Schlafes bis zum Tode – weil er erkannt zu haben glaubte: Wer schläft, liebt nicht.
Der Zuschauer blickt auf diese Geschichte aus der Sicht des letzten Bewohners jenes Bergdorfes Eschberg: Cosmas Alder, der alt, verwahrlost, starrsinnig und halbverhungert in einem Beinhaus ausharrend, anhand der Totenschädel die Geschichte erzählt. Er versucht vielleicht immer noch eine Antwort zu finden auf die Frage, die er damals mit großen Kinderaugen seiner Mutter, der vom Musikus Elias so unvergleichlich geliebten und angebeteten Elsbeth Alder stellte: Mutter, was ist Liebe?
Die Romanszenen von der blinden Liebe bis zum frühen Tod des Genies Elias werden markant in Szene gesetzt. Den 23 grobköpfigen Puppen haucht Alleindarsteller Detlef Heinichen in fliegendem Wechsel Leben ein. Der leidenschaftliche Puppenspieler vom Theatrium Dresden spürt den Fragen nach Liebe und Sinn des Lebens in berührender Weise nach. Regie führten Pit Holzwarth und Renato Grünig – beide lange Zeit aktiv bei der Bremer Shakespeare Company. Holzwarth ist mittlerweile Schauspieldirektor am Theater Lübeck. Schauspieler, Autor und Regisseur Grünig verstarb vor fünf Jahren nach schwerer Krankheit. (ba)

21. November, 20 Uhr, Hamburger Puppentheater, Bramfelder Strâße 9,
Karten: 23 93 45 44
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