Wohnprojekte stellen sich vor

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Im Gemeinschaftsgarten: (von li.) Hildegard Schröder, Michael Lezius, Luisa Hagemann und Franziska Keßler leben gerne im Wohnprojekt und fühlen sich in der Hausgemeinschaft wohl. Fotos: Lublow
 
Wenn Luisa Hagemann Harfe spielt, erfreut sie damit ihre Nachbarschaft. Die Seniorin musiziert auch mit den Kindern im Haus.

Erika-Mann-Bogen: Wohnen im Park (1)

Von Sylvana Lublow
Barmbek. An der Grenze zu Wandsbek auf dem ehemaligen Gelände des Eilbeker Krankenhauses liegt der Erika-Mann-Bogen – ein noch junges Wohnquartier in Barmbek-Süd. Zwischen 2008 und 2009 konnten die Häuser nach langer Planungs- und Bauzeit endlich bezogen werden.
Das Besondere an dem Erika-Mann-Bogen: Hier leben die Bewohner in neun unterschiedlichen und generationsübergreifenden Wohnprojekten – drei Wohnungsbaugenossenschaften, ein Kombimodell und fünf Eigentumsprojekte. Das Hamburger WochenBlatt stellt einige von ihnen in loser Folge vor.

Gefördertes Wohnen
„Wohnen im Park“ ist ein Projekt, das Genossenschaftswohnungen, gefördertes Wohnen und Eigentumswohnungen unter einem Dach beherbergt. 60 Menschen leben hier in 25 Zwei- bis Fünf-Zimmerwohnungen. Jede Wohnung hat einen Balkon oder eine Terrasse. Das Haus mit den Nummern 15, 17 und 19 grenzt an den Friedrichsberger Park, was den Namen des Wohnprojekts erklärt. Viele der Bewohner haben am Konzept des Hauses über mehrere Jahre hinweg mitgewirkt.
Das Wohnprojekt unterhält einen großen Gemeinschaftsgarten und einen Gemeinschaftsraum, in dem beispielsweise ein Mal im Monat ein Frühstück für alle Bewohner stattfindet. „Wir haben gemeinsame Gartentage, grillen zusammen und helfen uns gegenseitig“, sagt Michael Lezius, der mit seiner Frau in einer der Genossenschaftswohnungen („1902“) lebt. Alle Bewohner duzen sich und pflegen freundschaftliche Verhältnisse, die über die normale Nachbarschaftlichkeit hinausgeht. „Wir haben sogar einen Verein gegründet, dem alle Bewohner beigetreten sind“, sagt Lezius. Der Gemeinschaftsraum, der eigentlich eine Zwei-Zimmer-Wohnung ist, wurde von den Bewohnern zusammen gekauft.
Das ist Bedingung für die Mieter und Eigentümer. „Wer den Anteil nicht zahlen kann, stottert das Geld in kleinen Raten ab. So mache ich das auch“, sagt Luisa Hagemann. Die 69-Jährige wohnt in einer der seniorengeförderten Wohnungen des Hauses. „Hier tobt das Leben. So hatte ich mir das gewünscht“, schwärmt die studierte Kirchenmusikerin vom Wohnprojekt. Alleine fühle sie sich nie. „Es klingelt immer irgendjemand, auch die Kinder, die dann fragen ob sie bei mir spielen können. Das ist schön.“ Wenn jemand krank ist, werden Blumen gebracht. Oder Einkäufe und Apothekendienste geleistet.
Franziska Keßler wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einer Genossenschaftswohnung. „Ich schätze es hier sehr, dass immer jemand da ist, der zur Not auf die Kinder aufpassen kann“, sagt die 42-Jährige. Es gebe einige „Ersatzgroßeltern“ im Haus. So wie Luisa Hagemann, die gerne mit den Kindern zusammen musiziert.

Aktivitäten
Gemeinsame Veranstaltungen, wie Tagesausflüge und Feste, sowie die Hausversammlung alle sechs Wochen unterstützen den Zusammenhalt der Bewohner. Außerdem gibt es im Erika-Mann-Bogen auch einem Projektübergreifenden Stammtisch, der abwechselnd in den neun Wohnprojekten veranstaltet wird.
Ganz ohne Konflikte funktioniert das Zusammenleben aber auch nicht: „Gerade gibt es Diskussionen darüber, ob Hunde im Haus gehalten werden dürfen“, erklärt Lezius. Zu diesem Zweck habe man einen Supervisor engagiert. „Wir müssen lernen, wie wir mit Konflikten gemeinsam am besten umgehen.“
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